Mittwoch, 07.09.2005

Greenpeace beklagt Pipeline-Bau am Baikalsee

Der Baikalsee ist das Heilige Meer der Sibirier (Foto: Deeg/.rufo)
Moskau. Die einmalige Umwelt am sibirischen Baikalsee ist weiterhin durch die Abwässer eines Zellulose-Kombinates sowie den Bau einer Ölpipeline und illegalen Holzeinschlag bedroht. Ökologen schlagen Alarm.
Am südlichen Ende des Baikalsees werde außerdem ohne jede Erlaubnis die Uferzone bebaut, heißt es in einer Presseerklärung der Umweltschutz-Organisation Greenpeace. Die Umweltschützer forderten die Staatsanwaltschaft auf, die Schuldigen für die Zerstörung des Weltnaturerbes zur Verantwortung zu ziehen.

Zellulose-Kombinat zögert Umrüstung hinaus

Im Norden des Sees baue der Transneft-Konzern unter Verstoß gegen etliche Gesetze eine Pipeline, die teilweise nur zwei Kilometer vom Ufer entfernt verlaufe. Entlang der vorgesehenen Trasse, über die sibirisches Erdöl an die Pazifikküste gelangen soll, seien bereits ohne Genehmigung Waldstücke abgeholzt worden.

Das Zellulose-Kombinat, seit Jahrzehnten bedeutendster Verschmutzer des tiefsten Süßwasser-Sees der Erde, verzögere nach wie vor die Umrüstung auf umweltfreundlichere Technologien. Bis heute gebe es keinen geschlossenen Wasserkreislauf, klagt Greenpeace, auch ein vorgesehenes chlorfreies Bleich-Verfahren sei in dem Unternehmen noch immer nicht eingeführt worden.

Der über 700 Kilometer lange See war 1996 in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen worden. Im September will sich eine Delegation der UN-Behörde vor Ort ein Bild davon machen, ob Russland die damals übernommenen Schutz-Verpflichtungen ernst nimmt.

(epd/kp)