Mittwoch, 18.08.2004

Greenpeace protestiert gegen Goldabbau

Wie lange noch gibt es in Russland solche unberührten Gegenden? (Foto: Branowez jr./.rufo)
Moskau. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat gegen Pläne protestiert, auf dem Gebiet eines nordrussischen Nationalparks mit dem Goldabbau zu beginnen. Das Projekt sei eine „Schande“ für Russland, heißt es in einer Erklärung der Umweltschützer. Die Regierung der nordrussischen Teilrepublik Komi hatte zuvor beschlossen auf 30.000 Hektar, die zum Nationalpark „Jugyd Wa“ gehören, in Zukunft Gold-Tagebau zu betreiben.
„Jugyd Wa“ ist einer der größten Nationalparks Europas und 1995 wegen der riesigen unberührten Urwälder von der UNESCO in deren Weltnaturerbe-Liste aufgenommen worden. Die Verwirklichung der Abbau-Pläne drohe, die letzten naturbelassenen Flüsse des nördlichen Ural zu vergiften und werde die Entwicklung von Ökotourismus in der Nationalpark-Region unmöglich machen, so Greenpeace.

Die eigenmächtige Änderung der Nationalpark-Grenze sei zudem ein klarer Verstoß gegen eine ganze Reihe von Gesetzen. So gebe es keine vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung für das Goldförder-Projekt. In den 1990-er Jahren hatte sich die zuständige Umweltbehörde geweigert, ein positives Gutachten auszustellen.

(epd/kp)