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Vor 200 Jahren begann der Brand von Moskau - und damit der Anfang vom Ende der Napoleonischen Truppen in Russland. (Foto: 1812w.ru)
Vor 200 Jahren begann der Brand von Moskau - und damit der Anfang vom Ende der Napoleonischen Truppen in Russland. (Foto: 1812w.ru)
Freitag, 14.09.2012

Historiker: Sieg über Napoleon in Reihe mit Sieg über Hitler

Moskau. Mit großem Pomp inszeniert Russland den Sieg über Napoleon vor 200 Jahren im „Vaterländischen Krieg“ von 1812. An diesem Freitag jährt sich zum 200. Mal der Brand von Moskau während der Besetzung durch Napoleon.

Der Großbrand, der Schätzungen zufolge Tausende Häuser verwüstete und mindestens 2.000 verletzte Soldaten tötete, spielt mittlerweile aber in der russischen Erinnerung kaum noch eine Rolle. Bald nach dem Brand musste sich Napoleon aus Moskau zurückziehen.

Der Erfolg im Krieg gegen die Franzosen werde zu einem neuen nationalen Ereignis stilisiert, erzählt der Historiker Denis Sdwischkow vom Deutschen Historischen Institut in Moskau der Deutschen Presse-Agentur. Die Erinnerung daran wird mittlerweile fast schon auf eine Ebene mit dem Sieg über Nazi-Deutschland gehoben.

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• Geschichte Russland: Napoleon zieht in Moskau ein (14.09.2012)
• Geschichte Russland: Schlacht bei Borodino (08.09.2012)
• Nachstellung einer Schlacht von 1812: vier Verwundete (16.07.2012)
• Russland droht Niederlage in der Schlacht um Borodino (19.04.2011)
• Faszination Krieg: Weltkrieg als Schlachtenspiel (22.02.2008)

“Befreiungskampf für Europa“


«Der Krieg von 1812 galt lange nicht als Vaterländischer Krieg wie heute, sondern als Befreiungskampf für Europa. Der Brand von Moskau war dabei ein zentrales Element - als Symbol für Russlands Opfer für Europa. Aus deutscher Sicht galt der Brand von Moskau immer als Voraussetzung für die Befreiung Deutschlands», so Sdwischkow.

«Die Schlacht von Borodino steht als Zeichen des nationalen Selbstbewusstseins auch in einer Reihe mit dem Großen Vaterländischen Krieg gegen Nazi-Deutschland 1941 bis 1945. Heute wird versucht, das Erinnern an 1812 an das Muster des Erinnerns an den Großen Vaterländischen Krieg anzupassen. Denn dieses Andenken ist doppeldeutig: Es war ein Sieg des Landes und des sowjetischen Regimes.

1812 aber war eindeutig ein Triumph des russischen Staates, es gab keinen ideologischen Beigeschmack. Damit wird auch betont, dass die Geschichte des Landes nicht nur im 20. Jahrhundert spielt: Das russische Reich bestand auch vorher und wird auch in Zukunft bestehen.»

Den Brand legten die Russen selbst


Die politisch immer einflussreicher werdende russisch-orthodoxe Kirche legt viel Wert auf dieses Gedenken. Sdwischkow: «Die Kirche versucht, ihre Rolle zu behaupten. Es geht ihr um die Rückkehr zur sakralen Deutung der russischen Geschichte, wie es bereits typisch für die nationale Erinnerung an 1812 vor der bolschewistischen Revolution von 1917 war.»

Auf die Frage, wer den Moskauer Brand von 1812 überhaupt gelegt hat, sagt der Experte: «Es gibt natürlich nach 200 Jahren keine Beweise, aber sehr viele Hinweise, dass der damalige Gouverneur von Moskau die Brandstiftung angeordnet hat.

Das hat auch seine Tochter in ihren Memoiren behauptet. Dass zunächst den Franzosen die Schuld gegeben wurde, war für die damalige Zeit typisch, sie waren ein guter Sündenbock. Aber die "Politik der verbrannten Erde" gehörte zur Strategie des russischen Hauptquartiers.»

(Benedikt von Imhoff, dpa)



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Uwe Niemeier 14.09.2012 - 16:33

Beide hatten ein Ziel ...

... die Vernichtung des russischen Staates bzw. des russischen Staates als Bestandteil der Sowjetunion. Dies ist nicht gelungen - und für beide Initiatoren endete dies letztendlich tödlich. Und wenn die Russen nun beide Siege als Bestandteil ihres nationalen Patriotismus sehen - so meine ich, geschieht dies zu recht. Auch die Amerikaner und die Deutschen haben in ihrer Geschichte Siege, die für den Nationalstolz förderlich sind (z.B. der 03.10.1990)


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