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Hat es geschafft: Generalkonsul Guido Herz kann noch in 2006 Visa in Kaliningrad ausgeben (Foto: Plath/.rufo)
Hat es geschafft: Generalkonsul Guido Herz kann noch in 2006 Visa in Kaliningrad ausgeben (Foto: Plath/.rufo)
Donnerstag, 08.06.2006

Kaliningrad: Deutschland-Visa noch in diesem Jahr

Kaliningrad. Das Deutsche Generalkonsulat richtet jetzt in Kaliningrad ein „vorläufiges Visabüro“ ein. Endlich soll es auch ein neues Konsulatsgebäude geben. Bisher müssen Kaliningrader zur Visa-Erteilung nach Moskau fahren.

Die offizielle Genehmigung, ein vorläufiges Visabüro einzurichten, sei in dieser Woche erteilt worden, sagte der Generalkonsul der Bundesrepublik in Kaliningrad, Guido Herz, am Dienstag vor Wirtschaftsvertretern der russischen Ostsee-Exklave. „Dafür haben wir uns verpflichtet, bis Jahresende mit der Ausgabe von Visa zu beginnen. Und wir werden uns an diese Verpflichtung halten“, so Herz.

Visa-Filiale statt Reisebüro


Die vorläufige Visa-Filiale soll in einem Geschäftshaus in der Leningradskaja 4 eingerichtet werden. Schon der erste Chefdiplomat in Kaliningrad, Cornelius Sommer, hatte vor zweieinhalb Jahren dieses Gebäude (nahe dem Oberteich im Altkönigsberger Villenviertel Maraunenhof) als künftiges deutsches Generalkonsulat auserkoren und beantragt. Die russische Seite lehnte aber ab – bis jetzt die überraschende Zusage kam.

Generalkonsul Herz will das Gebäude nun umgehend renovieren und in Punkto Sicherheit und PC-Vernetzung für den konsularischen Betrieb herrichten lassen. „Das Haus ist glücklicherweise ein Neubau und in gutem Zustand.“ Bisher waren hier die Büros der Touristikfirma „Schnieder-Reisen“ untergebracht. Man sei mit dem Objekt für die Übergangslösung sehr zufrieden, sagt Herz. Auch der Nähe zum Haus in der ul.Telmanna 14 wegen, wo die Einrichtung des eigentlichen Konsulats nach wie vor geplant ist.

Bisher gastiert das Konsulat nicht sonderlich zentral gelegen im Hotel Albertina (Foto: Plath/.rufo)
Bisher gastiert das Konsulat nicht sonderlich zentral gelegen im Hotel Albertina (Foto: Plath/.rufo)

Hauskauf für das Konsulat noch immer offen


Bis das Generalkonsulat ein eigenes Domizil beziehen kann, wird es allerdings wohl noch zwei bis drei Jahre dauern. Derzeit wird der Kauf des Hauses durch, wie es heißt, „technische Schwierigkeiten“ verzögert.

Zum einen tritt das Bundesfinanzministerium auf die Bremse: Eine Großinvestition stehe in der derzeitigen Haushaltslage nicht zur Debatte. Zum anderen will auch Generalkonsul Herz lieber nichts überstürzen.


Bei Russland-Aktuell
• Kaliningrad: Schweden geben Schengen-Visa aus (21.02.2006)
• Kaliningrad-Transit: Licht und Schatten der EU (07.02.2006)
• Kaliningrad: Neuer deutscher Generalkonsul berufen (25.10.2005)
• Kaliningrad: Deutsches Konsulat bekommt eigenes Haus (05.07.2005)
• Keine Visaannahme mehr für Russen in Kaliningrad (08.04.2005)
Angesichts der komplizierten Rechtslage bei Immobilienkäufen in Russland müsse man auf Sicherheit setzen. „In dem Haus in der Thälmannstraße wohnten elf Mietparteien mit Wohnrecht. Wir wollen vermeiden, dass nach dem Kauf plötzlich irgendwelche Ansprüche an uns herangetragen werden, wie das in vergleichbaren Fällen leider schon oft vorkam.“

Deutschlands „Hoteldiplomaten“


Vorerst wird also das Deutsche Konsulat in Kaliningrad weiter provisorisch im Hotel „Albertina“ gastieren müssen. Damit sich das Deutsche „Hotelkonsulat“ in Russlands Ostsee-Exklave nach euphorisch begrüßtem Start nicht zur Peinlichkeit auswächst, hatte sich Herz gleich nach seinem Amtsantritt im Februar 2006 dafür stark gemacht, dass wenigstens der Visaverkehr in Gang kommt.

„Das ist immens wichtig für Kaliningrad. Um 600 Kilometer nach Berlin fahren zu können, müssen die Einwohner des Gebietes erst mal 1400 Kilometer in die entgegen gesetzte Richtung nach Moskau. Ein unhaltbarer Zustand, angesichts der intensiven deutsch-russischen Beziehungen und Kontakte hier.“

Anfangs bis zu 20 000 Visa-Anträge pro Jahr


Der Bedarf ist gewaltig. Wie viele Visa das Konsulat in seinem Büro Leningradskaja ausgeben wird, bleibt zwar vorerst Spekulation. Guido Herz rechnet allerdings im ersten Ansturm mit bis zu 20 000 Anträgen pro Jahr. Längerfristig werde sich die Zahl auf 10 000 bis 15 000 einpegeln.

(tp/.rufo)


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