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| Unvorstellbar, aber wahr: Erdbeben in Kaliningrad (Foto: klgd.ru) | |
Dienstag, 21.09.2004
Kaliningrad: Erdbeben Stärke 5 an der Ostsee
Kaliningrad/Moskau. (aktualisiert 19:10) Ein Erdbeben der Stärke fünf auf der Richterskala hat in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad für Unglauben gesorgt. Niemand wollte es glauben. Aber es war ein Erdbeben.
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Schulen und öffentliche Gebäude sind geschlossen. Die Behörden haben die Bewohner aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Alle Menschen sind auf der Straße. Sie stehen in Gruppen zusammen und reden kopfschüttelnd über das Unglaubliche: Ein Erdbeben an der Ostsee. Das ist doch wie Eisberge im Kongo ...
„Auch ich habe nur schnell meinen PC aus der Wohnung genommen und bin nach draußen gerannt, erzählt eine Augenzeugin. Dabei begegnete ihr eine Nachbarin. Sie fragte, warum das Haus denn so geschwankt habe. Auf die Antwort, das sei ein Erdbeben gewesen, fragte sie nach: Ein Erdbeben, was ist denn das?"
Auf den Straßen gibt es inzwischen Staus in alle Richtungen. Jeder will irgendwohin, möglichst weit weg von seinem Zuhause.
Die Leute hätten auch ohne Aufforderung der Behörden ihre Häuser verlassen. Zu groß ist die Angst, dass die Gebäude zusammenbrechen. Bei den Erdstössen schwankten die Lampen. Schränke verschoben sich. Bewohner der Plattenbauten verliessen als erste fluchtartig ihre Wohnungen.
Weitgehend zusammengebrochen ist zumindest schon das Telefonnetz in der Region. Festnetz und Mobiltelefonnetze funktionieren nur eingeschränkt.
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Nach dem ersten Erdstoß gegen 15:00 Uhr folgten noch zwei weitere. Das Epizentrum lag etwa 40 Kilometer südwestlich von Kaliningrad. Die Beben erschütterten auch die kleineren Provinzstädte im Gebiet Kaliningrad. Sie waren auch im benachbarten Polen und sogar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zu spüren. Über das Ausmaß möglicher Schäden gibt es noch keine Information.
Erdbeben an der Ostsee scheinen unvorstellbar, doch Prof. Sergej Junga von der Russischen Akademie der Wissenschaften versichert, dass dies beileibe keine ungewöhnliche Erscheinung sei. Lediglich die Stärke des Bebens sei ungewöhnlich gewesen, sagte der Wissenschaftler. Er schätzt, dass das Beben bis zu 5,7 Punkte auf der Richter-Skala gehabt haben könne. Vor 25 Jahren habe es einen ähnlich starken Erdstoss in Kaliningrad gegeben, der aber auch keine stärkeren Schäden anrichtete.
Auch im Gebiet des litauischen Atomkraftwerkes von Ignalina waren die Erdstösse deutlich zu spüren. Das Atomkraftwerk arbeite völlig normal weiter, teilten Behördensprecher mit.
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(ab/jm/.rufo)
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