Sonntag, 07.08.2005

Kamtschatka: Mini-U-Boot gehoben, Besatzung wohlauf

Der Held des Tages - Britischer Unterwasserroboter Scorpio (Foto: www.navsource.org)
Moskau. (aktualisiert 10:50) Das Mini-U-Boot „Pris“ konnte um 7:26 Moskauer Zeit auftauchen. Die sieben Seeleute kletterten selbstständig aus den Luken. Die Bergung war in der Nacht noch einmal dramatisch verlaufen.
Nachdem der britische Unterwasserroboter „Scorpio“ recht schnell Trossen, Schläuche und Netzreste durchschnitten hatte, wurde im Bugbereich der „Pris“doch noch ein weiterer Netzrest entdeckt, der den Tauchapparat in 190 Meter Tiefe festhielt.

„Scorpio“ musste aber wegen eines technischen Defektes erst auftauchen, bevor er weiterarbeiten konnte. Der Schaden konnte aber schnell behoben werden.

Die gerettete Besatzung wurde auf dem russischen Bergungsschiff „Alages“ von Ärzten in Empfang genommen. Das Schiff nahm sofort Kurs auf den Hafen von Petropawlowsk-Kamtschatski, die Hauptstadt des Gebietes Kamtschatka.

Marineärzte, unter ihnen auch ein amerikanischer, konnten bei einer ersten Untersuchung „keine klinischen Symptome“ feststellen. Die Geretteten setzten anschliessend auf den Raketenkreuzer „Liwen“ (Sturzregen) über, der gegen 11:00 MEZ im Hafen von Petropawlowsk-Kamtschatski einlaufen soll.

An Bord des Raketenkreuzers liessen sich Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow und Pazifikflottenkommandeur Viktor Fjodorow berichten, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Sergej Iwanow, der die letzten Stunden der Rettungsarbeiten vor Ort beobachtet hatte, dankte den USA und Großbritannien für die schnelle Hilfe.


Internationale Kooperation der Militärs kann Leben retten

Ununterbrochene Versuche russischer Bergungsschiffe, das festsitzende Mini-U-Boot mitsamt der Netzreste, Trossen der Unterwasserhorchanlage und deren 60 Tonnen schweren Verankerung loszureissen, waren in den letzten Tagen gescheitert.

Der Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow hatte sogar empfohlen, die Verankerung zu sprengen, was für die Besatzung lebensgefährlich gewesen wäre.

Die USA und Großbritannien haben ihre Hilfe kostenlos geleistet, sagt ein Flottensprecher.

(gim/.rufo)