Donnerstag, 24.05.2012

Kremlwache kauft Atomschlag-sichere Kinder-Wiegen

An Bord von KZD-6 können Babys - oder auch die Schoßhündchen? - der russischen Elite den Weg in den nächsten Bunker schaffen (Foto:  izvestia.ru)
Moskau. Der Kreml-Wachdienst FSO sorgt sich rührend um das Wohlergehen von Babys von russischen VIPs im Falle eines Atomkriegs: Die Behörde bestellte 118 strahlungssichere Kinder-Tragen für Säuglinge.

Über die Ausschreibung für die Schutzvorrichtungen im Wert von 2 Mio. Rubel (ca. 50.000 Euro) berichtet die Zeitung „Iswestija“. Die tragbaren Überlebens-Kammern sollen Kleinkindern bis 1,5 Jahren ermöglichen, bis zu sechs Stunden bei einer vergifteten oder verstrahlten Atmosphäre zu überleben.

Auch Haustiere können so evakuiert werden


Die Atomkriegs-tauglichen Kindertragetaschen dürfen dabei nur maximal 4,5 Kilogramm schwer sein und sollen verpackt zehn Jahre lang einsatzfähig bleiben. Wie die Zeitung unter Berufung auf Experten berichtet, können in derartigen Schutzkammern auch kleinere Haustiere bei einem Atomschlag evakuiert werden - sofern die tragende Person selbst adäquaten Schutz hat, versteht sich.

Ein Betrieb in der Stadt Elektrostal, der derartige Schutzvorrichtungen für Kinder herstellt, teilte mit, dass üblicherweise nur der Katastrophenschutz, Krankenhäuser oder Geburtskliniken derartige Kammern bestellen würden. Privatleute hätte man bisher nicht als Kunden gehabt.

Der Föderale Wachdienst, der für die Sicherheit von Russlands Staatsführung und Spitzenbeamten sowie deren Familien zuständig ist, verweigerte dem Blatt einen Kommentar, wozu die Gummi-Babytragen gedacht sind.

Medwedew warnt vor regionalen Atomkriegen


Die Zeitung stellt allerdings einen Zusammenhang mit einer Aussage von Premier Dmitri Medwedew her, der vor einer Woche davor gewarnt hatte, dass Interventionen fremder Mächte in anderen Ländern zu regionalen Kriegen führen oder gar dem Einsatz von Atomwaffen führen können.

„Ich will hier aber niemanden erschrecken“, fügte Medwedew noch hinzu.