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| Kolossale Reisespesen für Präsident und Premier. (Foto: Archiv) | |
Mittwoch, 16.09.2009
Medwedew „funktioniert“ für 6,5 Milliarden Rubel
Moskau. Die russische Politelite reist mit wahrhaft “russischer Freigebigkeit“ – nur die besten Hotels und ein langer Tross im Gefolge. Präsident Medwedew kostet den Steuerzahler jährlich 6,5 Mrd. Rubel (rund 145 Mio. Euro).
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Die kürzliche Reise von Premierminister Wladimir Putin nach Polen zu den Gedenkfeiern zum Beginn des Zweiten Weltkriegs gab der Boulevard-Zeitung „Sobesednik“ den Anstoß zu einer Recherche über die Reisegepflogenheiten der führenden russischen Staatsmänner.
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Putin reiste mit 120 Personen Begleitpersonal „im Gepäck“ an und belegte das gesamte Luxushotel „Sofitel Grand Sopot“ am Zoppoter Ostseestrand. Fünf-Sterne-Hotels sind protokollarisch vorgeschrieben, aber es lässt sich die Frage stellen, warum auf Steuerzahlerkosten gleich eine gute Hundertschaft an Gefolge mitfahren muss.
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Die Fliegerei frisst das meiste Geld Die teuren Hotelsuiten sind jedoch das kleinere Übel – am teuersten sind die Flüge zu den vielen Staatsbesuchen. Bei der Präsidenten- und Ministerpräsidenten-Administration akkreditierte Journalisten erzählten dem „Sobesednik“, wie solch ein Staatsbesuch im Vorfeld in der Regel abläuft.
Bevor Medwedew oder Putin überhaupt auf die Reise gehen, machen sich die Bewachung, der Pressedienst und das Protokoll auf den Weg. Ein Sonderflugzeug bringt die gepanzerten PKW der Staatsmänner nebst Bedienungspersonal an den Ort der Bestimmung.
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Dazu kommt oft auch noch ein „Vorflugzeug“ mit den Experten hinzu, auf dessen Ratschläge die Staatsmänner im Zweifelsfalle zurückgreifen können; diese Maschine fliegt auch die Journalisten ein.
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Bei Putins Besuch in Indien waren sogar Mikrobiologen und Hygiene-Spezialisten im Tross, die vor Putins Erscheinen im Maurya Sheraton Hotel Wasser- und Luftproben nahmen und alle Oberflächen in der Luxussuite mit extra aus Russland mitgebrachtem Wodka abrieben, um bösen Bakterien keine Chance zu geben.
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Putin ist reiseaktiver als Medwedew Der Ex- und der aktuelle russische Präsident müssen sich oft Vergleiche gefallen lassen. Auch beim Reisen scheinen sie im Wettbewerb zu stehen. Die schlauen Journalisten haben aufgrund der Sommerreisen in diesem Jahr eine Statistik erstellt, aus der hervorgeht: Putin hat weniger Sitzfleisch als Medwedew, ist also öfter in der Welt unterwegs.
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Putin war 20 Mal „außer Haus“, Medwedew „nur“ 13 Mal. Putin war weiter weg – im Fernen Osten. Dafür war Medwedew an gefährlicheren Orten wie Dagestan und Südossetien. Putin besuchte seine Heimatstadt St. Petersburg drei Mal, Medwedew guckte dagegen nur einmal dort vorbei. Je zwei Mal fuhren beide in den russischen Süden, wo sie Urlaub und Arbeit unter einen Hut brachten.
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Viel Geld fürs „Funktionieren“ Wie dem auch sei – im russischen Haushalt gibt es eine Paragraphen namens „Das Funktionieren des Staatsoberhaupts“. Gemeint sind damit unter anderem die Reisekosten des Präsidenten und seiner Begleitung. Stolze 145 Millionen Euro (6,5 Milliarden Rubel) lässt sich der russische Stadt den reibungslosen Ablauf der Staatsbesuche jährlich kosten.
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