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| Ort der Tragödie vor mehr als zwei Jahren: Nord-Ost (Foto: gazeta.ru) | |
Donnerstag, 17.03.2005
Mehr Nord-Ost-Opfer als bislang angenommen
Moskau. Bei der Geiselnahme im Moskauer Musical-Theater Nord-Ost sind nach Angaben der Opferanwälte wesentlich mehr Menschen ums Leben gekommen, als bislang offiziell bekannt gegeben wurde. Statt 129 Geiseln seien mindestens 174 durch den Giftgaseinsatz der russischen Sonderkommandos ums Leben gekommen, sagte Anwältin Karina Moskalenko. Die Geiselnahme im Oktober 2002 ist bis heute eines der Traumata der russischen Gesellschaft.
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Damals hatten tschetschenische Terroristen unter dem Anführer Mowsar Barajew mehr als 700 Menschen, Zuschauer und Schauspieler des Musical-Theaters Nord-Ost, in ihre Gewalt gebracht. Tagelange Verhandlungen hatten zu keinen Resultaten geführt.
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Bei der Erstürmung hatten Sondereinsatzkräfte ein Betäubungsgas eingesetzt, dem auch über 100 Geiseln zum Opfer fielen. Offiziell gaben die Behörden eine Zahl von 129 toten Geiseln bekannt. Doch die Anwälte haben nun weitere „Leichen ausgegraben“.
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Akteneinsicht ergab höhere Opferzahl
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„Wir haben die Angaben summiert, die sich aus den Aussagen der Krankenhausleiter ergeben, und wir fanden heraus, dass tatsächlich 174 Menschen starben“, sagte Advokatin Olga Michailowa. Sie vermutet gar, dass es noch mehr Opfer geben könne, da bei der Dokumentation der Arztaussagen bei weitem nicht alle Krankenhäuser berücksichtigt wurden, in denen Personen starben.
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Die Anwälte hatten im Vorfeld eines am Mittwoch begonnenen Prozesses Zugang zu den Unterlagen bekommen. Behandelt wird die Klage einer Kasachin, die durch den Einsatz des Gases ihre Tochter und ihren Bräutigam verloren hatte.
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(ab/.rufo)
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