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| Die Behörden sind fest entschlossen, in Butowo hart zu bleiben (Foto: Vesti) | |
Dienstag, 20.06.2006
Plattenbauten statt Holzhäuser: Schlacht um Butowo
Moskau. Gerichtsvollzieher und Polizisten haben am Montag am südlichen Stadtrand von Moskau gegen den Widerstand von Nachbarn ein Wohnhaus gestürmt. Die Bewohner weigern sich, einem Neubauhochhaus Platz zu machen.
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Die Moskauer Schlafstadt Butowo rückte am Montag schlagartig landesweit in die Schlagzeilen. Mit Gewalt haben Sicherheitskräfte ein Zeltlager von Anwohnern eingenommen, deren Bewohner verhindern wollen, dass ihre schmucken Holzhäuser dem Erdboden gleichgemacht werden. Dem Willen der Stadtbehörden zufolge soll an dieser Stelle ein weiteres Hochhausviertel entstehen.
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Blockadering gesprengt, Objekt besetzt
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Mehrere hundert Altanwohner versuchten, mit Barrikaden zu verhindern, dass eine Familie aus dem Haus an der Uliza Bogutscharskaja ausgesiedelt wurde, das an erster Stelle auf der behördlichen Abrissliste steht. Insgesamt sollen 76 Gebäude abgerissen werden.
Die Demonstranten erhielten Unterstützung von kommunistischen Abgeordneten und Vertretern der neu gegründeten „Gesellschaftlichen Kammer“. Deren Vertreter, der Staranwalt Anatoli Kutscherena, hatte vergeblich versucht, eine gewaltfreie Lösung für den Konflikt auszuhandeln, um zu verhindern, „dass sich hier alle die Fresse einhauen“. Am Nachmittag wurde der Blockadering um das Holzhaus dann doch von Polizisten gesprengt, drei der im Gebäude verschanzten Frauen erlitten einen Herzanfall.
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Kompensation: Ein-Zimmer-Wohnung für ein Häuschen im Grünen
Formal handelten die Behördenvertreter legal, denn sie können sicht auf Gerichtsurteile berufen, in denen die Anwohner aus ihren nicht privatisierten Grundstücken zwangsumgesiedelt werden. Doch die versprochene Entschädigung halten die Betroffenen für völlig unangemessen. Statt des eigenen Hauses mit Garten bieten die Behörden eine 1-Zimmer-Wohnung in einem benachbarten Plattenbau an. „Kein einziger Anwohner hat einen ordentlichen Räumungsbescheid zugestellt bekommen“, klagte ein Vertreter der örtlichen Bürgerinitiative.
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Dass die Anwohner in letzter Minute doch noch ihre Siedlung retten können, scheint dennoch mehr als unwahrscheinlich. Viel zu teuer sind die Grundstücke am Moskauer Stadtrand. Und auch für die Wohnungsbau-Firmen gibt es bei Quadratmeterpreisen von über 3.000 Dollar viel zu viel zu verdienen. Auch der Sprecher Juri Luschkow, Sergej Zoi, erklärte, an der Entscheidung sei nicht mehr zu rütteln.
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(kp/.rufo)
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