Freitag, 14.09.2012

Prämiert: Pussy Riot „bestes Art-Projekt des Jahres“

Pussy Riot wird in Russland zum Mediastar aufgebauscht. (Foto: TV)
Moskau. Die Hüpferei und Singerei von Pussy Riot vor dem Altar der russischen Hauptkirche hat beim Wettbewerb „Made in Russia“ den ersten Preis gewonnen. „Normale“ Kunstprojekte hatten nicht den Hauch einer Chance.
Die Konkurrenten der „aufständischen Frauen“ hatten viel zu „brave“ Projekte vorgelegt. Dabei waren u. a. eine Fotoserie über Moskau, ein Landschaftsobjekt-Festival und das „Multimedia Art Museum“. Pussy Riot bekam den Preis für das „Punk-Gebet“ gegen Putin, für das drei Mitglieder der Gruppe zwei Jahre Lagerhaft bekommen haben.

Die Jury aus bekannten russischen Journalisten und Galeristen betonte, sie habe auch „die früheren Verdienste“ der Frauenpunkband berücksichtigt. Dazu gehören Aktionen in der Moskauer Metro, auf dem Roten Platz und auf dem Dach eines O-Busses.

Die Verkündung des Siegers in der Nomination „Art-Projekt des Jahres“ erfolgte durch die skandalumwobene TV-Moderatorin Ksenia Sobtschak und den Journalisten Leonid Parfjonow. Sobtschak erklärte, es sei „schwer gewesen, diese Entscheidung zu treffen“. Ob man ihr das unbedingt glauben muss, sei dahingestellt.

Interessanterweise hat die Künstlergruppe „Wojna“ (Krieg), die 2010 Jahr einen Phallus auf die Newa-Klappbrücke am Petersburger FSB-Hauptquartier gemalt hatte, 2011 ebenfalls einen ähnlichen Preis erhalten.

In gewisser Weise hat Pussy Riot in „Wojna“ seine Wurzeln. Nadeschda Tolokonnikowa, die Anführerin der Frauenband, war früher dort aktiv gewesen.