Donnerstag, 02.08.2012

Pussy Riot: Notarztwagen und weitere Zeugen

Der Aufesehen erregende Prozess gegen Frauen der Punkrockband Pussy Riots wird zurzeit in Moskau verhandelt. (Foto: TV)
Moskau. Der dritte Verhandlungstag im Prozess gegen die Punk-Gruppe Pussy Riot in Moskau brachte nicht viel Neues. Die Angeklagten klagten über Schwäche, die Notärzte bescheinigten ihnen dennoch Prozessfähigkeit.
Der dritte Prozesstag begann mit einiger Verspätung. Die angeklagten Frauen beschwerten sich nochmals über zu wenig Essen und zu wenig Schlaf. Sie hätten in den letzten Tagen nur jeweils drei Stunden Schlaf gehabt und seien nicht ausreichend ernährt worden. Die herbeigerufenen Notärzte bescheinigten ihnen dennoch Prozessfähigkeit.

Sowohl die Verteidiger der drei Frauen, die wegen „Rowdytums“ in der orthodoxen Hauptkirche in Moskau angeklagt sind, als auch die Anwälte der Kläger, hatten versucht, die Vorsitzende Richterin wegen Befangenheit auszuschließen, dies wurde aber abgelehnt.

Der dritte Prozesstag war dann geprägt von Zeugenaussagen, die sich, wie schon am Vortag bei den Nebenklägern, in ihren Aussagen ähnelten. Es geht vorwiegend um „verletzte religiöse Gefühle“. Die Verteidiger beklagen, dass sie keine Möglichkeit bekommen, sich mit ihren Mandantinnen zu besprechen.

Das Gericht hatte im Vorfeld verboten, die Aussagen der Zeugen „nicht öffentlich zu zitieren, solange die Befragung nicht abgeschlossen ist“. Das gilt übrigens auch im Prozess gegen den Kampfsportler Rasul Mirsajew, der in einem Konflikt in einer Diskothek im August 2011 einem Studenten tödliche Verletzungen zugefügt hatte.

Der Fall wird zurzeit vor einem anderen Moskauer Gericht verhandelt.