 |
|
| Weihnachtsbaum auf dem Roten Platz (Foto: Archiv) | |
Montag, 18.12.2006
Russland im Weihnachts- und Neujahrsfieber
Moskau. In Russland steigt allmählich das Festtagsfieber. Kurz vor den Feiertagen fallen die Temperaturen und sogar der erste Schnee, wenn er auch noch nicht liegen blieb. Eine Weihnachtstanne ist auf dem Weg zum Kreml.
|
|
Die 110 Jahre alte Tanne (russ: „Jolka“) hat eine Länge von 28 Metern und ein Gewicht von 5,5 Tonnen. Unter großem Medieninteresse wurde sie am Sonntag in Nordrussland unweit von Weliki Ustjug, der vermeintlichen Heimat des russischen Weihnachtsmannes Ded Moros, gefällt und auf einen LKW verladen. Am 20. Dezember soll sie dann im Kreml aufgestellt und geschmückt werden.
|
Unter dieser „Jolka“ werden dann vom 25. Dezember – 14. Januar zahlreiche Kinder beschert. Allerdings ist der Service durchaus kommerziell. Im Internet werden die Tickets für diese Veranstaltung ab 1.500 Rubel (44 Euro) pro Kind angeboten.
|
Alte Tradition neu belebt
|
Die Tradition, Weihnachtsbäume im Kreml aufzustellen, war von Jelzin 1996 wiederbelebt worden. 2001 wurde die neue Tradition wieder unterbrochen, weil der Winter zu kalt war. Die Zweige der gefällten Baumriesen wären bei starkem Frost und hoher Schneelast gebrochen. Im vergangenen Jahr stand dann aber wieder ein Tannenbaum auf dem Kremlgelände.
Vor der Oktoberrevolution war eine „Jolka“ im Kreml für alle, die sie sehen konnten, ein sicheres Zeichen dafür , dass die Zarenfamilie vorhatte, Weihnachten in Moskau zu begehen. Zar Nikolai II. tat dies aber während seiner Regentschaft nur zweimal.
|
Neujahr – das wichtigste Fest des Jahres in Russland
|
In Russland ist das Neujahrsfest aber sowieso wichtiger als Weihnachten, dass die orthodoxen Christen erst am 7. Januar begehen. Zu Neujahr wird die Tanne geschmückt, zu Neujahr werden die Geschenke verteilt und natürlich wird am Silvesterabend auch das Alte Jahr mit gehörigem Getöse verabschiedet.
|
Schon längst haben sich die meisten Bürger mit Feuerwerkskörpern eingedeckt. Einige Ungeduldige, die den Jahreswechsel nicht erwarten können, schießen schon jetzt eifrig Salut. Für die gesamte Festtagsvorbereitung haben die Russen in diesem Jahr durchschnittlich 850 Euro investiert. Das ist Rekord. Freilich ist daran auch die neue Feiertagsregelung schuld, die seit Anfang dieses Jahres gilt.
|
Russen in Festtagsvorfreude – und im Kaufrausch
|
Acht freie Tage leiten das Jahr 2007 in Russland ein. Auch wenn viele Lebensmittelgeschäfte und vor allem Wein- und Wodka-Läden auch während der Feiertage rund um die Uhr geöffnet haben, haben die meisten Russen bereits jetzt den Großteil der Einkäufe erledigt und sich mit allem Notwendigen eingedeckt.
|
Die großen Warenhäuser versuchen möglichst viel von dem Kaufrausch zu profitieren. Praktisch jedes Elektronik- Juwelier- und Kosmetikgeschäft bietet Rabatte und Geschenke an, um die Kauflust seiner Kunden weiter anzuheizen. Großes Gedränge in den Kaufhäusern ist die Folge. Doch selbst diese Menschenmassen können die Vorfreude der meisten Russen auf das Neujahrsfest kaum trüben. Wenn jetzt noch Schnee fällt, sind die Feiertage gerettet.
|
(ab/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>