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| Die Gewinnerin des Schönheitswettbewerbes Miss Positiv (Foto: Schagi) | |
Donnerstag, 01.12.2005
Russland kürt Miss Positiv am Welt-AIDS-Tag
Moskau. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist HIV-positiv. Swetlana Isambajewa aus Tscheboksary wurde zur „Miss Positiv“ in Russland gekürt. Am Welt-AIDS-Tag bekam sie in Moskau den Preis überreicht.
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Diese Aktion sei ein kleiner Schritt, um HIV-infizierten Menschen ein normales Leben zu ermöglichen, begrüßte Russlands oberster Amstarzt Gennadi Onischtschenko den Fotowettbewerb. Mehr als 30 junge Frauen hatten an dem Wettstreit der Zeitschrift „Schagi“ („Schritte“), die sich mit den Problemen von HIV-Infizierten befasst, teilgenommen.
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Die 24-jährige Gewinnerin Swetlana Isambajewa stammt aus der Wolga-Republik Tschuwaschien und arbeitet als Friseurin. Nebenbei hat sie noch ihren Abschluss als Manager an der Akademie für Landwirtschaft in Tscheboksary gemacht. Am 17. Dezember soll sie ihr Diplom bekommen.
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Das Wichtigste ist es, das Leben zu lieben.
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Das Wichtigste ist es, das Leben zu leben. Es ist doch so schön“, sagte die Gewinnerin des ungewöhnlichen Wettbewerbs in einem Interview mit der Boulevardzeitung „Moskowski Komsomolez“. Dabei ist das Leben in Russland für die vom AIDS-Erreger infizierten Menschen alles andere als einfach.
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Oftmals müssen sie nicht nur gegen die Immunkrankheit, sondern vor allem gegen soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung ankämpfen. Noch immer gilt AIDS als Krankheit von Homosexuellen, Drogenabhängigen und Prostituierten in Russland.
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Russen haben Angst vor Kontakt mir HIV-Infizierten
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Einer Umfrage zum Welt-AIDS-Tag zu Folge fürchten lediglich zehn Prozent der Russen den Umgang mit HIV-Infizierten nicht. Drei Viertel der Befragten würden keine Lebensmittel bei einem Verkäufer mit dem Virus kaufen oder Geschirr und Besteck benutzen, das je zuvor ein HIV-Infizierter angefasst hat.
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Immerhin wäre zumindest die Hälfte der Befragten bereit, für einen Kranken zu sorgen, sollte es sich um einen nahen Angehörigen handeln. Swetlana Isamabajewa kennt alle diese Probleme der Ausgrenzung.
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Swetlanas Freunde blieben ihr erhalten
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Es sei schwer für ihre Bekannten und Verwandten gewesen, damals mit dieser Nachricht umzugehen, doch von den engen Freunden habe sich niemand abgewandt. „Es kommen auch immer noch Menschen zu mir, um sich die Haare schneiden zu lassen“, erzählt sie, doch auch darüber, dass einige Klienten weggeblieben seien, dass mitunter mit Fingern auf sie gezeigt wurde.
Und doch hat sich die junge Frau nie versteckt mit ihrer Krankheit. Dies ist bei weitem nicht die Regel. Offiziell sind in Russland 335.790 Menschen HIV-Infizierte registriert, doch nach Schätzungen liegt die Zahl der Betroffenen bei einer Million Menschen. 80 Prozent davon sind im Alter zwischen 15 – 40 Jahren.
„Ein effektives Gegenmittel gegen den HIV-Erreger gibt es nicht und wird es auch so schnell nicht geben“, macht der Leiter der russischen Behörde für den Kampf gegen AIDS, Wadim Pokrowski deutlich. Immerhin hat Präsident Wladimir Putin mehr Mittel im Kampf gegen die Immunschwäche zugesagt. Es bleibt ein schwacher Trost in diesen Adventstagen für HIV-Infizierte in Russland.
(ab/.rufo)
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