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Montag, 25.07.2005
Russlands Ober-Spammer erschlagen
St. Petersburg. Am Wochenende wurde in Moskau der Direktor des „Zentrums für umgangssprachliches Englisch“ erschlagen – einer wegen ihrer Werbepraktiken mit Spam-Mails weithin verhassten Institution.
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Die Nachricht vom Tod des 35 Jahre alten Wardan Kuschnir wird in der russischen Internet-Gemeinde sicher kein übersteigertes Mitleid erregen: Der Leiter der Sprachschule wurde am Sonntag mit eingeschlagenem Schädel in einer Moskauer Wohnung aufgefunden, die er angemietet hatte.
Nach Polizeiangaben war die Wohnung durchwühlt worden. Ob es sich bei der Bluttat um einen Raubüberfall oder einen Mord aufgrund der geschäftlichen Aktivitäten Kuschnirs handelt, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen.
Die lästigste Sprachschule Russlands
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Die auch als „American Language Center“ firmierende Sprachschule ist vermutlich jedem e-mail-Nutzer in Russland mehr als zu Genüge bekannt: Seit 2002 warb sie intensiv mit e-mails, die offenbar zu Abermillionen verschickt wurden, für ihre Kurse. Der Autor dieser Zeilen bekam die Aufforderung, bei diesem Moskauer Institut doch sein Englisch zu verbessern, bis zu sieben Mal am Tag.
Ein Versuch der Antimonopolbehörde, wegen der nervtötetenden Werbepraktiken gegen Kuschnir vorzugehen, verlief 2003 ergebnislos. Der wohl aktivste Spammer Russlands stellte sich zunächst taub und dann ahnungslos: Während der Verhandlung seines Falles erklärte er sogar, die Werbemüllflut sei das Werk unlauterer Konkurrenten. Da die für den Versand verwendeten Server im Ausland stehen, konnte ihm das Gegenteil aber nicht beweisen werden, berichtet heute gazeta.ru.
Auch die Aktion eines Internetforums, der müllspeienden Sprachschule das Werk zu verleiten, hatte keine nennenswerten Folgen: Sie hatte ihre Leser aufgefordert, sich unter der in der Spam-Mail genannten Kontakttelefonnummer zu Kursen und Aufnahmeprüfungen anzumelden – und dann einfach nicht hinzugehen.
(ld/rufo)
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