|
Russland-Aktuell
Die Netzeitung von .RUFO
|
| Montag, 23.11.2009 | |||
Streit um Nationaltrainer: Hiddink vor dem Ende? |
|||
|
|||
Klüngel gibt es nicht nur in Köln, sondern auch in Moskau. Bislang hatte der Clan von Roman Abramowitsch das Sagen, Sportminister Witali Mutko und Abramowitsch gelten als Vertraute. Hiddink wird von Abramowitsch bezahltAls 2006 Guus Hiddink zum Chefcoach der Sbornaja ernannt wird, hat Abramowitsch im Hintergrund die Fäden gezogen. Der Multimilliardär bezahlt auch das Gehalt von Hiddink, das immerhin auf drei Millionen Euro pro Jahr geschätzt wird. Im Gegenzug durfte sich Abramowitsch Hiddink im vergangenen Jahr ausborgen, als sein Club Chelsea nach einer Pleitenserie einen neuen Trainer brauchte. Das Intermezzo von Hiddink bei Chelsa dauerte nur bis zum Saisonende – das war so abgemacht zwischen Abramowitsch und dem russischen Fußballbund. Doch nun könnte Hiddink bald wieder in London trainieren. Machtpoker im russischen FußballverbandDer Grund ist weniger die verspielte WM-Qualifikation gegen Slowenien – Hiddink ist bei russischen Fußballfans nach wie vor sehr beliebt – als vielmehr veränderte Machtverhältnisse in Moskau. Mutko bleibt zwar Sportminister, muss allerdings seinen Posten als Präsident des russischen Fußballverbandes räumen. Beamte dürfen laut einer neuen Regelung von Russlands Präsident Dmitri Medwedew keine zwei Ämter gleichzeitig ausüben. Zur Wahl steht neben Mutkos Vize auch der ehemalige Chef von Zenit St. Petersburg Sergej Fursenko. Fursenko, der in Moskau keinen guten Ruf als Fußballspezialist hat, sondern als reiner Interessenvertreter von Gazprom gilt, hat gute Chancen, Präsident des Fußballverbands zu werden. Advocaat als Hiddinks Nachfolger?Damit wäre dann wohl auch Hiddinks Zeit abgelaufen. Spekuliert wird darüber, ob Fursenko einen Landsmann Hiddinks, den Holländer Dick Advocaat, als Nationalcoach holt. Der hat seinerzeit schon Zenit zum Sieg im UEFA-Pokal geführt. Advocaat ist derzeit Chefcoach der belgischen Nationalelf. Die wird jedoch, wie Russland nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen (die Qualifikation hatte bereits Advocaats Vorgänger verspielt). Zwar sei Advocaat vertraglich gebunden, doch bei einem entsprechenden Angebot könnte der Holländer nach Russland zurückkehren, vermuten russische Medien. Abramowitsch wird dann natürlich nicht mehr als Geldgeber zur Verfügung stehen. Allerdings verfügt auch Gazprom über genügend Kleingeld, um einen Millionentransfer zu bewerkstelligen. |