Montag, 06.05.2013

Vermisstes Flugzeug nach einem Jahr im Ural gefunden

Gruseliger Anblick im Sumpf: Im ausgebrannten Skelett des Flugzeugs liegen die Knochen der vermissten "Vergnügungsflieger" von Serow (Foto: GUWD Gebiet Swerdlowsk)
Jekaterinburg. Eine grausige Entdeckung machten Jäger im Gebiet Swerdlowsk: Sie stießen in einem Sumpfwald durch Zufall auf das ausgebrannte Wrack einer An-2 mit 13 Toten. Der Doppeldecker war seit Juni 2012 vermisst.
Die Maschine fand sich in nur acht Kilometer Entfernung von jenem Flugplatz in der Stadt Serow, von dem sie am 11. Juni gestartet war. Das aus Tscheljabinsk stammende Flugzeug war dort für Patrouillenflüge zur Waldbrand-Bekämpfung stationiert gewesen.

Vermutlich wollte sich der Pilot mit einem nicht angemeldeten Rundflug für eine feiernde Gruppe Einheimischer – darunter der Chef der städtischen Verkehrspolizei - etwas hinzuverdienen. Auch der Wachmann des Flugplatzes war offenbar mit an Bord gegangen – deshalb gab es weder Zeugen des Abflugs noch Informationen darüber, in welche Richtung der antiquierte Doppeldecker geflogen war.

Riesiges Gebiet erfolglos abgesucht


Letztes Jahr hatte der russische Katastrophenschutz eine gewaltige Suchaktion nach dem spurlos verschwundenen Flugzeug unternommen. Mit 13 Flugzeugen, 320 Fahrzeugen und bis zu 1.500 Mann wurde über Monate ein Gebiet von einer Million Quadratkilometern abgesucht – erfolglos. An der Fahndung nach der vermissten Propellermaschine beteiligten sich auch Hellseher und Funkamateure.

An der Absturzstelle wurden inzwischen die Überreste von 13 Personen gefunden, die nun identifiziert werden müssen. Augenzeugen berichteten, dass Knochen und Schädel der Toten „alle auf einem Haufen“ gelegen hätten.

Steil im Sumpf eingeschlagen


Offenbar hatte sich die Maschine im Tiefflug in den Bäumen verfangen und war in steilem Winkel auf dem Boden aufgeschlagen – wodurch die Insassen alle nach vorne rutschten. Der Bugpropeller und der Motor versanken im Sumpf, das restliche Wrack wurde zusammengestaucht und brannte aus.

Wie es hieß, hätte die Maschine bei ihrem Absturz nur zwei Bäume abgebrochen. Die restlichen gestreiften Bäume hätten sich wieder aufgerichtet und so den Blick aus der Luft auf das Wrack verdeckt.

Die offiziellen Ermittlungen der Absturzursache stehen noch am Anfang. Die Behörden gehen mit gleicher Priorität von einem Pilotenfehler, einem technischen Defekt oder dem Wetter als Grund für das Unglück aus.

Familien erhalten Entschädigung


Die Hinterbliebenen der Absturzopfer werden von der Verwaltung des Gebiets Swerdlowsk je eine Million Rubel (ca. 25.000 Euro) erhalten, kündigte Gouverneur Jewgeni Kuywaschow an.

Auch die beiden Finder des Wracks sollen eine Belohnung erhalten.