Mittwoch, 21.10.2009

Yeti lockt Touristen in Scharen nach Sibirien

In den Bergen des Altai geht womöglich der Schneemensch um. (Foto: Michailow)
Nowosibirsk. In der Taiga kurz vor dem Altai-Gebirge geht der Schneemensch um. Das behaupten zumindest Teilnehmer einer Yeti-Suchexpedition. Richtig gesehen hat ihn (mal wieder) keiner, aber der Fremdenverkehr boomt.
Die Information, in der dicksten Taiga 500 Kilometer vom westsibirischen Kemerowo entfernt wären Spuren eines Schneemenschen gefunden worden, tauchte erstmals im Februar dieses Jahres auf.

In einer Höhle war der Fußabdruck eines „unbekannten Wesens“ entdeckt worden, Jäger wollten in den Wäldern ein „1,5 bis zwei Meter hohes behaartes menschenähnliches Wesen“ gesehen haben.

Provisorische Laubhütte im Wald


Mitte Oktober machte sich eine Expedition auf den Weg, um den Gerüchten nachzugehen. Und die fand prompt eine Konstruktion aus 14 jungen Bäumen, deren Äste zu einer Art „provisorischem Zelt verflochten sind, das eine Kuppel bildet“.

Dies könnte durchaus der Zufluchtsort eines Yeti sein, meinen die Expeditionsmitglieder. Die Verwaltung des Gebiets Kemerowo sah sich daraufhin veranlasst, eine entsprechende offizielle Erklärung abzugeben.

Gute Werbung für die Tourismusbranche


Seit Februar zieht die Meldung, es gäbe in den endlosen Wäldern des Altai womöglich einen Yeti, die Menschen in die sonst einsame und so gut wie unberührte Region mit ihren hohen Bergen und klaren Bächen.

Ab Ende Mai wurde sogar eine Expedition in die „Yeti-Höhle“ angeboten, und das mit Erfolg: Nach Informationen von RIA Nowosti machten den Sommer über etwa 15.000 Personen Urlaub in dem Gebiet –zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Experten meinen denn auch, die romantische Geschichte vom Schneemenschen, die seit Jahrzehnten die Gemüter der Menschen bewegt, wäre in diesem Falle nicht mehr als ein fauler Trick, den Tourismus anzukurbeln. Offenbar hat er Erfolg.