Dienstag, 04.09.2007

Atombombenhüter feiern 60. Jubiläum in der Kirche

In der Christ-Erlöser-Kathedrale fand der Festgottesdienst zum Atombombenjubiläum statt (Foto: ld/rufo)
Moskau. Die 12. Hauptverwaltung des Verteidigungsministeriums, die Russlands Atomwaffenarsenal bewacht, wurde 60 Jahre alt. Zum Jubiläum gab die Kirche den Hütern der Massenvernichtungswaffen ihren Segen.

Der Festakt zur Feier des Jubiläums der streng geheimen Militärgliederung fand im Versammlungssaal im Untergeschoss der Christ-Erlöser-Kathedrale im Zentrum Moskaus statt.

Die russisch-orthodoxe Kirche nahm daran nicht nur als Hausherr teil, sondern zelebrierte auch einen kurzen Gottesdienst. Damit brachte sie zum Ausdruck, dass sie an Entwicklung, Existenz und Bereithaltung dieser Massenvernichtungswaffen offenbar nichts Gotteslästerliches sehen kann.

Generalstabs-Chef: Russland behält Atomwaffen für immer



Generalstabs-Chef Juri Balujewski bezeichnet die Atomwaffen als „die verlässlichste und stärkste Waffe auf der Welt“, an deren Besitz Russland festhalten werde. Sein Land bedrohe mit seinen Nuklearwaffen niemanden, „doch diese Waffen garantieren und werden auch weiterhin unseren Bürgern, ihren Kindern und Enkeln ein friedliches Leben garantieren“.

Nach Aussage des Chefs der 12. Hauptverwaltung, Generaloberst Waldimir Werchowzew, verfügen gegenwärtig nur die strategischen Raketentruppen sowie die U-Boote der Marine über atomare Gefechtsköpfe. Die Landstreitkräfte hätten keine taktischen Atomwaffen mehr und die Langstreckenbomber, die Atomwaffen tragen können, gehen ohne Bomben und Raketen auf Patrouillenflüge. Die entsprechenden Waffenlager für die strategischen Bomber seien jedoch bestückt und könnten bei Bedarf jederzeit in Anspruch genommen werden, sagte kürzlich ihr Befehlshaber Pawel Androssow.

“Kein Unbefugter hat je Atomwaffenlager betreten“



In einem Gespräch mit der Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ sagte Werchowzew, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion alle geheimen Testgelände, Forschungsinstitute und Produktionskapazitäten beibehalten werden konnten. In der 60-jährigen Geschichte der russischen Atomstreitkräfte hätte niemals ein Unbefugter Zutritt zu ihnen erlangt.

Laut Werchowzew verzichtete Russland auf tragbare Atomwaffen – also auf Bomben, die so klein sind, dass sie ein Mensch tragen kann. Russland verzichte auch auf taktische Atomwaffen wie 152-mm-Geschosse oder Minen, die tragbar gemacht werden können, so Werchowzew.


(ld/rufo/St.Petersburg)