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Russland-Aktuell
Die Netzeitung von .RUFO
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| Freitag, 07.11.2008 | |||
Berlusconi will Moskaus Vermittler im Westen werden |
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Der Kaukasus-Konflikt und die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen standen im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Italiens Premier Silvio Berlusconi und Russlands Präsident Dmitri Medwedew. Die Atmosphäre war dabei überaus warm und herzlich.Gute Beziehungen zwischen Rom 1 und Rom 3Die Beziehungen zwischen dem ersten und dritten Rom sind seit jeher gut. Berlusconi und Putin haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander und auch mit Putins Nachfolger Medwedew duzt sich der italienische Premier. In Moskau hat man nicht vergessen, wer nach dem Kaukasus-Konflikt auf dem EU-Sondergipfel zu einer weichen Linie gegenüber Russland aufgerufen hat. Und nachdem Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier jüngst Medwedews Raketenpläne in Kaliningrad ungewöhnlich heftig kritisiert hat, entwickelt sich Berlusconi, der Mann mit dem Haifisch-Lächeln, zum Lieblingseuropäer im Kreml. Italien will wichtigster Partner Russlands werden„Ich will, dass ungeachtet aller Krisen, Italien und die italienische Regierung zum wichtigsten Partner Russlands werden“, verkündete dann auch Berlusconi bei seinem Besuch. So will der italienische Regierungschef ein Treffen zwischen Medwedew und dem frisch gewählten US-Präsidenten Barack Obama (von Berlusconi als „jung, hübsch und gebräunt“ gelobt) vermitteln. Das Treffen soll noch vor dessen feierlicher Amtseinsetzung stattfinden. Ein möglicher Zeitpunkt dafür wäre Ende kommender Woche, wenn sich die 20 führenden Industrienationen in Washington treffen. Aus Obamas Umgebung verlautete bereits, dass der nächste US-Präsident dabei mehrere informelle Gespräche führen wolle. Sollte das nicht klappen, will Berlusconi ein Gespräch zwischen Russlands Außenminister Sergej Lawrow und Obamas künftigem Außenminister arrangieren. 30 Wirtschaftsverträge unterzeichnetBerlusconis Ambitionen beschränken sich nicht allein auf die Politik. Beim Moskau-Besuch des Italieners wurden insgesamt 30 Wirtschaftsverträge abgeschlossen. Die Kooperationsfelder liegen im Bereich Automobilbau, Luftfahrt und Energiewirtschaft. Vereinbart wurde u.a. der Bau einer neuen Reifenfabrik in Togliatti durch den italienischen Pirelli-Konzern. Die Investitionen dafür liegen bei rund 250 Mio. Euro. Fiat will mit der russischen „Sollers“ AG die Produktion eines neuen Fiat-Modells in Russland aufnehmen. Hubschrauberbau im Gebiet MoskauDie russische Staats-Holding Oboronprom und die italienische AugustaWestland organisieren die gemeinsame Montage des Hubschraubers AW139 in Russland. Der AW139 dient der zivilen Luftfahrt. Das Joint Venture soll im Gebiet Moskau angesiedelt werden. Die russische Bahn wird mit dem Energieversorger Rusenergosbyt kooperieren. Einer der Teilhaber des Unternehmens ist der italienische Stromkonzern Enel. Zudem wurde auch ein Vertrag zwischen Lukoil und der italienischen ERG im Bereich Stromwirtschaft unterzeichnet. Auf der anderen Seite wird die russische Atombehörde verstärkt mit dem italienischen Wirtschaftsministerium zusammenarbeiten. |