Donnerstag, 08.06.2006

Dritte Amtszeit: Bevölkerung will Putin behalten

Putin wird bei der russischen Bevölkerung immer beliebter
St. Petersburg. Je lauter Präsident Wladimir Putin auf eine dritte Amtszeit verzichten will, desto stärker steigt die Zahl derer im Lande, die ihn wieder wählen würden. Dies beweisen Umfragen der letzten Monate.
Laut einer Umfrage des „Lewada-Zentrums“ von Ende Mai sprechen sich zurzeit 59 Prozent der Befragten für eine erneute Kandidatur von Wladimir Putin bei den nächsten Präsidentenwahlen aus. Im August 2005 waren es lediglich 41 Prozent gewesen. Mehr noch: Vor neuen Monaten waren 42 Prozent gegen eine erneute Kandidatur gewesen, heute sind es nur noch 29 Prozent.

Putin-konforme Nachfolge gesichert


Dabei glauben nur 32 Prozent der Befragten, dass Putin sein Wort halten und tatsächlich von einer Aufstellung zur Wahl absehen wird. Doch sollte er dies trotzdem tun, ist ihm laut Bürgermeinung ein Nachfolger sicher, der seine Linie fortsetzen wird. Jedenfalls wollen 43 Prozent der Teilnehmer an der jüngsten Umfrage für den Kandidaten stimmen, den Putin als Wunschnachfolger vorstellen wird.

Einen „prinzipiell anderen“ wollen nur 14 Prozent. 30 Prozent wollen „nach den Umständen“ abstimmen und bilden damit ein weites Feld für eine Putin-konforme Wahlpropaganda. Beeindruckend ist auch die Tatsache, dass im Februar 2004 nur 22 Prozent dem Präsidenten-Kandidaten zustimmen wollten – heute sind es 43 Prozent.

Medwedew hat die Nase vorn


Der bereits als Nachfolger gehandelte erste Vizepremier Dmitri Medwedjew könnte laut Umfrage im Moment mit 10,3 Prozent der Stimmen rechnen, dicht gefolgt von LPPR-Chef Wladimir Schirinowski (7,3), dem ebenfalls als Favorit für die Nachfolge geltenden Verteidigungsminister Sergej Iwanow (7,2) und dem Kommunistenführer Gennadi Sjuganow (6,8).

Bezeichnend ist jedoch, dass 18 Prozent der Befragten für den „Kandidaten gegen alle“ stimmen würden. Dieser „Kandidat“ wird jedoch bei der nächsten Wahl wohl fehlen, denn er wid voraussichtlich schon bald für illegitim erklärt. Das Fehlen von Putin-kritischen Namen zeige, so die Soziologen, dass die Russen „einfach keine würdigen Alternativkandidaten sehen“.

(sb/.rufo)