Donnerstag, 07.07.2011

Georgien: Polit-Fotografen unter Spionageverdacht

Wurde Michail Saakaschwili von seinem persönlichen Fotografen ausspioniert?  Georgien rätselt über das "Foto-Gate" (Foto: newsgeorgia.ru)
Tiflis. Georgien staunt über einen neuen Spionagefall: Mehrere Fotografen und Fotoreporter wurden verhaftet, weil sie angeblich Informationen an einen ausländischen Geheimdienst geliefert haben sollen.
Heute morgen wurden Irakli Gedenidse, der Leibfotograf von Präsident Michail Saakaschwili sowie der für das georgische Außenministerium tätige Fotograf Georgi Abdaladse verhaftet. Auch der für die europäische Fotioagentur EPA tätige Surab Kurzikidse wurde festgenommen.

Parallel unternahmen Ermittler Hausdurchsuchungen bei den Fotografen und beschlagnahmten Computer, Fototechnik und Mobiltelefone.

Russland als Auftraggeber nicht genannt - aber naheliegend

Nach Angaben von Angehörigen wurde den Männern eröffnet, dass gegen sie wegen Spionageverdachts ermittelt werde. Dies bestätigte später auch das Innenministerium. Die Fotografen sollen Informationen an eine Organisation weiter geleitet haben, die „unter Kontrolle eines Geheimdienstes eines Landes“ steht, hieß es diffus.

Da in Georgien schon mehrfach russische Spione und ganze Spionageringe im Dienste Russlands aufgedeckt wurden, liegt die Vermutung nahe, dass die Verhafteten im Verdacht stehen, ebenfalls für die russische Aufklärung gearbeitet zu haben.

Harte Urteile gegen Moskauer Spionagering


Erst gestern wurden in Batumi vier Russen und fünf Georgier wegen Spionage zugunsten Russlands zu Freiheitsstrafen von elf bis 14 Jahren verurteilt. Unter den Angeklagten waren auch Piloten der georgischen Armee, die über Jahre für Moskau das Militär des Kaukasus-Staates ausspioniert haben sollen.

Auch auf russischer Seite gab es schon mehrfach Urteile wegen Spionage zugunsten von Georgien. nicht erst seit dem Krieg um Südossetien und Abchasien 2008 belauern sich die beiden Staaten Feindselig.

Vierter Fotograf kam wieder frei


Ein weiterer Pressefotograf, Schach Aiwasow von AP, dessen Verhaftung heute auch zunächst gemeldet wurde, kam alsbald wieder auf freien Fuß.

Er sei als Zeuge vernommen worden, erklärte Aiwasow später, machte aber keine weiteren Angaben zum Gegenstand der Ermittlungen.