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| Das georgische Fernsehen zeigte einige der Verhaftungen (Foto: vesti/newsru) | |
Donnerstag, 28.09.2006
Georgien verhaftet russische Offiziere als Spione
St. Petersburg. Zwischen Russland und Georgien haben sich die Spannungen ein weiteres Mal verschärft: Sechs russische Offiziere und elf Einheimische wurden gestern unter Spionageverdacht verhaftet. Moskau ist empört.
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Georgiens Innenminister Wano Merabischwili erklärte gestern Abend, die georgische Spionageabwehr habe eine Agentengruppe des russischen Militärgeheimdienstes GRU ausgehoben, die unter dem Deckmantel des nach wie vor im Lande stationierten russischen Truppenkontingentes gearbeitet habe.
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Russisches Hauptquartier in Tiflis abgeriegelt
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Zunächst wurden vier Offiziere verhaftet. Da sich nach georgischer Darstellung ein weiterer Verdächtiger auf dem Gelände des Stabes des russischen Truppenkontingentes im Transkaukasus in Tiflis aufhielt, blockierten georgische Polizeikräfte das Gebäude.
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Nachdem am Morgen jedoch zwei weitere russische Offiziere in Georgien verhaftet wurden, zogen sich die Polizeikräfte wieder zurück. Die Absperrung des Stabes sei aufgehoben, hieß es aus Tiflis. Dem widersprach jedoch die russische Botschaft: Die Kommandozentrale sei weiterhin abgeriegelt.
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Vertreter der russischen Botschaft konnten die Verhafteten in der Nacht besuchen. Sie fühlten sich normal. Von georgischer Seite sei zugesichert worden, dass sie korrekt behandelt würden und Anwälte sich um ihr Schicksal kümmern können, teilte die Botschaft mit.
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Moskau protestiert in aller Schärfe
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Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach von einer „erneuten Provokation“ der georgischen Seite.
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Dieser Vorfall sowie die sich verschärfenden Spannungen um Abchasien verdienten es, vom UN-Sicherheitsrat verhandelt zu werden, so Lawrow. Georgien hatte gestern eine abchasische Exilregierung in einem kleinen von Tiflis kontrollierten Teil der abtrünnigen Republik eingesetzt.
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Aufgrund der Verhaftungen wurde der georgische Botschafter in Moskau ins Außenministerium einbestellt, wo ihm ein scharfer Protest der russischen Seite unterbreitet wurde. Moskau betonte dabei, dass die das russische Truppenkontingent in Georgien im Abzug begriffen sei und der russische Stab in erster Linie die Auflösung der bisherigen Militärbasen organisiere. Diese Arbeit werde jedoch durch Provokationen von georgischer Seite immer wieder behindert.
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Georgien: Gefahr war in Verzug
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Nach Darstellung von Merabischwili bereiteten jedoch die jetzt festgenommenen Offiziere und ihre einheimischen Helfer ihrerseits „eine ernsthafte Provokation“ vor, weshalb beschlossen wurde, sie „zu neutralisieren“.
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Darüber hinaus habe die Spionage-Riege sich sowohl für militärische Belange wie die Kampfkraft der georgischen Streitkräfte und das Kooperationsprogram mit der NATO wie auch für wirtschaftliche, infrastrukturelle und politische Bereiche interessiert.
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Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow kündigte eine „adäquate und verständliche“ Reaktion Russlands auf die Vorgänge in Georgien an. In Moskau ist bereits von der Verhängung von Sanktionen die Rede.
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Iwanow sprach davon, dass Georgien versuche, den dort an den Grenzen zu Abchasien und Südossetien stationierten russischen Friedenstruppen das Mandat zu entziehen. „Ich würde mich nicht wundern, wenn Georgien demnächst die russischen Soldaten beschuldigt, die Sonne vom Himmel stehlen zu wollen“, so Iwanow.
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(ld/.rufo)
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