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Kadyrow ist nun auch offiziell das Oberhaupt Tschetscheniens (Foto: RIA Nowosti)
Kadyrow ist nun auch offiziell das Oberhaupt Tschetscheniens (Foto: RIA Nowosti)
Freitag, 16.02.2007

Kadyrow nun auch formell Präsident in Tschetschenien

Moskau. Ramsan Kadyrow ist neuer Präsident Tschetscheniens. Schon zuvor war der bisherige Premier Tschetscheniens der eigentliche starke Mann in der russischen Kaukasus-Republik. Nun hat er auch formell alle Vollmachten.

Schon lange tobte der Machtkampf in Tschetschenien. Nach dem Tod seines Vaters, des ersten offiziell von Moskau gebilligten Präsidenten Tschetscheniens Achmed Kadyrow im Mai 2004 galt Ramsan als natürlicher Nachfolger. Doch die tschetschenische Verfassung schob den Machtambitionen des jungen Kadyrow einen Riegel vor. Präsident der Region kann nur werden, wer das 30. Lebensjahr überschritten hat. Kadyrow war zum Zeitpunkt der Wahlen im August 2004 erst 27.

Alchanow Platzhalter für Kadyrow


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• Ramsan Kadyrow bald Präsident Tschetscheniens? (25.01.2007)
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• Kaukasus: freiwillige Waffenniederlegung endet heute (15.01.2007)
Somit wurde Polizeigeneral Alu Alchanow zum Präsidenten gewählt. Er galt schon damals lediglich als Platzhalter für Kadyrow. Die eigentliche Macht in der Republik besaß stets Kadyrow jr. Als Führer der Leibwache seines Vaters hatte er eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. In der Garde fanden auch Tausende ehemaliger Separatisten Unterschlupf. Sie durften weiterhin ihre Waffe in der Hand behalten, nur die Schussrichtung wurde geändert. Die gleichen Männer, die zuvor als Terroristen und Banditen galten, durften unter Kadyrows Führung als Milizionäre für „Ordnung“ in Tschetschenien sorgen.

Spätestens nach Kadyrows 30. Geburtstag im Oktober 2006 verstärkten dessen Gefolgsleute den Druck auf Alchanow. Gerüchte über einen vorzeitigen Rücktritt Alchanows kamen immer öfter in den Medien auf, wurden allerdings stets dementiert. Grund: Ohne Einwilligung Moskaus und Rostows (Sitz des Generalgouverneurs von Südrussland Dmitri Kosak) konnte Kadyrow sich nicht zum Präsidenten Tschetscheniens machen lassen.

Formelle Bestätigung der tatsächlichen Machtverhältnisse


Nun wurden diese Widerstände offensichtlich überwunden. Das Rücktrittsgesuch von Tschetscheniens Präsident Alchanow nahm Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag an. Er gab die Entscheidung am Abend gemeinsam mit der Regierungsumbildung bekannt. Alchanow wird neuer stellvertretender Justizminister Russlands. Seine Amtsgeschäfte übernimmt vorläufig Premier Kadyrow.

Die tschetschenische Volksversammlung muss Putin nun zwei Kandidaten für die Präsidentschaft der Republik vorlegen. Dass Kadyrow am Ende siegen wird, steht ausser Zweifel.

Kadyrow gilt als unberechenbar und wenig lenkbar. Seine Macht in Tschetschenien wird er höchst unwillig vom Kreml beschneiden lassen.

Schon als Premier machte er sich dafür stark, die Steuern und die Einnahmen aus der Ölförderung in Tschetschenien in der Republik zu behalten. Auch die russischen Gesetze will er nur teilweise für Tschetschenien gelten lassen Unter anderem sprach er sich in der Vergangenheit für Polygamie und legalen Waffenbesitz in der Republik aus.

(ab/.rufo)


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