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Foto: ntvru.com
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Mittwoch, 24.07.2002

Kein Denkmal für estnische SS-Legion

St. Petersburg. Im zentralen Park des estnischen Ostsee-Kurorts Pjarnu wird es kein Denkmal für die Mitglieder der estnischen 20. SS-Division geben, die im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Deutschen gegen die Rote Armee kämpfte. Auf Anweisung der Bürgermeisterin der Stadt wurde das umstrittene Bronze-Relief am Mittwoch demontiert, bevor es zu der für den kommenden Sonntag geplanten Enthüllung kommen konnte.

Das Flachrelief auf einem Granit-Sockel zeigte einen Kämpfer der 20. SS-Division in voller Montur: mit Eisernem Kreuz, dem Zeichen der SS und einer gen Osten gerichteten MP-40 im Anschlag. Die Aufschrift ließ ebenfalls keinen Zweifel an der Message, die das Monument in die Welt tragen sollte: „Für alle im Befreiungskampf um die Heimat und ein freies Europa gefallenen estnischen Krieger. 1940-1945.“

Die Entscheidung der Pjarnuer Stadtführung löst bei den führenden Politikern Estlands Erleichterung aus. Die Initiatoren des geschichtsklitternden Monuments hatten nämlich großzügig Einladungen ausgesandt, die in Tallinn einige Verwirrung auslösten. Premierminister Siim Kallas bezog indessen eindeutig Position und sprach sich vehement sowohl gegen Denkmäler dieser Art als auch die Anwesenheit von Politikern bei deren Enthüllung aus.

Aufgeben wollen die Befürworter dieser Art der Interpretation der Rolle der SS in der Geschichte Estlands allerdings nicht. Ants Teder gab in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Tallinner Vereinigung von ehemaligen Angehörigen der 20. SS-Division und Mitinitiator des Projekts bekannt, seine Gruppe wolle nun an gleicher Stelle eine drei bis vier Meter hohe Statue eines Soldaten aufstellen. Dass die Ewiggestrigen made in Estonia damit weit kommen, ist allerdings stark zu bezweifeln. (sb/rUFO)



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Freiheit 09.10.2010 - 01:40

Verständnis für Estland

Man kann das Bedürfnis der Esten für dieses Denkmal nach mehr als 40 Jahren Annexion und sowjetischer Gewaltherrschaft gut verstehen. Ebenfalls verständlich ist das Bedürfnis, keine Denkmäler des sowjetischen Imperialismus auf seinem Territorium dulden zu wollen. Wieso soll ein Volk ein Denkmal für seine Besatzer unterhalten, die die estnische Kultuer auslöschen wollten?


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