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Sonntag, 27.05.2001
Liberale Reformer wählen Nemzow zum Parteichef
Moskau (rUFO/kp). Russlands traditionell zerstrittenen Reformkräfte haben am Wochenende ihre «Union Rechter Kräfte» (SPS), eine lockere Allianz verschiedener Mini-Bewegungen zu einer vollwärtigen Partei umgewandelt. Nach 22stündiger Sitzung wählte der Parteitag den ehemaligen Vizepremier und Ex-Gouverneur von Nischnij Nowgorod, Boris Nemzow, zum Vorsitzenden des «Politrates» - de facto zum Parteichef.
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Eine Kampfabstimmung gegen Jegor Gaidar, den Vater der russischen Schocktherapie, konnte in der Nacht zuvor abgewendet werden, nachdem Gaidar seine aussichtsreiche Kandidatur zurückgezogen hatte. Nemzows einziger Rivale, der weitgehend unbekannte Alexej Kara-Mursa, blieb anschließend chancenlos.
Nicht alle Mitglieder der einzelnen SPS-Bestandteile werden auch der neuen Partei angehören. Hauptkritikpunkt ist der Schmusekurs, den die Marktliberalen nach Ansicht mancher Radikaldemokraten gegenüber dem Kreml und Wladimir Putin eingeschlagen haben.
Nicht mit dabei in der neuen liberalen Partei sind auch Grigorij Jawlinskij und seine Jabloko-Partei. Delegierte des SPS-Parteitags betonten zwar ihre Kooperationsbereitschaft mit Jabloko, aber auch die grundlegenden Differenzen zwischen den Marktreformern und der Jawlinskij-Truppe.
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