Montag, 27.09.2010

Luschkow kriegt Unterstützung von Kulturschaffenden

Noch sitzt Luschkow im Sattel und bekommt zur Abwechslung auch einmal Unterstützung. (Foto: RIA Novosti)
Moskau. Juri Luschkow, der heute nach Meinung der Presse seinen Hut nehmen soll, ist wieder auf seinem Bürgermeisterposten in Moskau. Er spricht nicht mit der Presse und bekommt zur Abwechslung Solidaritätsbekundungen.
Am Morgen eröffnete der mit dem Kreml in offenen Streit geratene Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow eine UNESCO-Konferenz zu Fragen von Erziehung und Schulbildung. Auf die Teilnahme an der anschließenden Pressekonferenz verzichtete er allerdings und ließ die Journalisten links liegen.

Gleich nach der Konferenzeröffnung habe er sich in seinem Amtssitz an der Twerskaja-Straße begeben, berichtet RIA Novosti. Am Abend wird er im Kreml-Palast erwartet, wo es anlässlich der UNESCO-Konferenz einen Festempfang geben wird.

Für Dienstagabend wird er beim Fernsehsender TVZ erwartet, wo er live an der traditionellen Bürgerfragestunde „Mit dem Gesicht zur Stadt“ teilnehmen soll.

Luschkow plant drei Arbeitsreisen, unter anderem nach München


Aus dem Bürgermeisteramt verlautete am Montag, Luschkow habe im Oktober drei Auslandsreisen im Plan, zu denen die üblichen Vorbereitungen schon angelaufen sind. Unter anderem soll er in München die Immobilienmesse „Expo Real“ besuchen.

Direkt im Anschluss fliegt er nach Hanoi, wo eine „Moskau-Woche“ stattfindet, am 17. und 18. Oktober wird er in Astana in Kasachstan erwartet.

Nach viel Kritik nun Untestützung


Führende Kulturschaffende der russischen Hauptstadt haben derweil einen Unterstützungsbrief für Luschkow unterschrieben, der an Präsident Dmitri Medwedew gerichtet ist. Darin verurteilen sie die „hässliche Hetzkampagne“, der Luschkow in den letzten Wochen ausgesetzt war.

Unterschrieben haben unter anderem Alexander Schirwindt, der Leiter des Theaters „Satire“, und die weltberühmte Opernsängerin Galina Wischnewskaja. Wladimir Urin, Direktor des Stanislawski-Theaters, begründet seine Position folgendermaßen:

„Mir stoßen solche Kampagnen auf; nicht deshalb, weil es keine Probleme gibt, die sind ganz natürlich in solch einer Megalopolis, sondern weil alles schwarz angepinselt wird (…). Ich weiß, wie viel der Moskauer Bürgermeister für die Kultur und die Theater und konkret für mein Theater getan hat.“