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Russland-Aktuell
Die Netzeitung von .RUFO
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| Dienstag, 28.07.2009 | |||
Menschenrechtler über Sicherheit in Russland besorgt |
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Es ist ein schöner Morgen in Grosny. Zumindest im Zentrum ist von den Zerstörungen, die zwei Tschetschenienkriege angerichtet haben, wenig zu sehen. Zahlreiche Plakate erinnern an den Verantwortlichen für den Wiederaufbau: Tschetscheniens allmächtiger Präsident Ramsan Kadyrow. An diesem Morgen ist die Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft. Plötzlich hält neben ihr ein Lada, zwei Männer zerren sie ins Auto und entführen sie vorbei an zahlreichen Straßenposten nach Inguschetien. Kurz darauf wird Estemirowas Leiche dort mit Schüssen in Kopf und Brust gefunden. Scharfe Kritikerin KadyrowsNach Ansicht von Oleg Orlow, dem Leiter von Memorial, ist Kadyrow direkt verantwortlich für das Verbrechen. „Ich zweifle nicht daran, dass Ramsan Kadyrow hinter dem Mord steckt“. Kadyrow habe Estemirowa mehrfach beschimpft und bedroht, sagt er. Zugleich kritisiert Orlow die „widersprüchlichen“ Signale des Kremls. Einerseits habe Präsident Dmitri Medwedew „Memorial“ sein Beileid ausgesprochen und Ermittlungen gefordert, andererseits die Behörden aber angewiesen, nicht in Richtung Kadyrow zu ermitteln, sagt Orlow. Tatsächlich könnte der Kreml, selbst wenn er wollte, die Lage im gesamten Nordwesten des Kaukasus, von Pjatigorsk bis zum Kaspi-Meer, längst nicht mehr vollständig unter Kontrolle halten – wie auch zahlreiche, bisher unaufgeklärte Morde an moskautreuen Beamten und Politikern belegen, unter ihnen der dagestanische Innenminister und der Präsident Inguschetiens. Gesetzlosigkeit im NordkaukasusZugleich werden NGOs durch immer neue Gesetze in ihrer Arbeit behindert. 2006 hat der Kreml eine Neuregistrierung aller nichtstaatlichen Organisationen verlangt und damit einen wahren Papierkrieg gegen die Organisationen ausgelöst. Auf diese Art wurde der Druck auf die Menschenrechtler enorm verschärft. Dabei gebe es jede Menge zu tun im Bereich Menschenrechte. Ein Viertel der am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingehenden Klagen ist gegen Russland gerichtet. Russland ist auch das Land, das mit Abstand am häufigsten in Straßburg verurteilt wird; unter anderem wegen illegaler Festnahmen, unzumutbarer Haftbedingungen und Entführungen. Kein Geld mehr für Kompensationen |