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Schickt Medwedew mehr Soldaten nach Afghanistan? (Foto: Archiv)
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Mittwoch, 16.12.2009

Nato-Sekretär will Russland in Afghanistan beteiligen

Moskau. Russland soll sich stärker an den Militäroperationen in Afghanistan beteiligen. Das hat Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bei seinem Besuch in Moskau vorgeschlagen. Präsident Medwedew war nicht begeistert.

Zumindest beschränkte sich Medwedew in seinen öffentlichen Äusserungen auf allgemeine Aussagen.

Die Beziehungen zwischen Nato und Russland hätten eine neue Stufe erreicht, sagte Dmitri Medwedew. Hilfreich sei dafür auch die Erklärung Rasmussens nach seiner Wahl zum Nato-Generalsekretär gewesen (in der Rasmussen die strategische Zusammenarbeit mit Russlands als Kernaufgabe beschrieb).

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• Neuer Nato-Generalsekretär: mit Russland kooperieren (03.08.2009)
Es gebe viele Gesprächsthemen wie Terrorismus, Kriminalität und gemeinsame Bedrohungen, sagte Medwedew zur Begrüssung Rasmussens im Kreml.

Russische Kampfhubschrauber nach Afghanistan?


Rasmussen erläuterte nach dem Treffen, er habe Medwedew eine ganze Reihe von konkreten, "spezifischen" Vorschlägen gemacht. Russland könne doch einige Kampfhubschrauber mehr entsenden, Piloten ausbilden und Treibstoff und Ersatzteile liefern, empfahl Rasmussen.

Auch könne Russland stärker an der Ausbildung von afghanischen Polizeikräften mitwirken und mehr gegen den Drogentransfer unternehmen.


Mit der Entsendung von Militärs nach Afganistan und der Ausbildung von Polizeikräften in Kabul hat Russland allerdings bereits seine eigenen Erfahrungen gemacht. Sie endeten 1989 mit einem fluchtartigen Rückzug, obwohl die Sowjetunion in dem Jahrzehnt davor neben dem Militäreinsatz sicher mehr an Aufbauarbeit in Afghanistan geleistet hatte, als USA und Nato jetzt.

Bisher hat Russland alles vermieden, um das Trauma von 1989 zu wiederholen, obwohl ein Sieg der Taliban aus der Sicht Moskaus und seiner mittelasiatischen Verbündeten auch nicht wünschenswert wäre.

Aber Militärs nach Afghanistan ist in Russland noch unpopulärer, als in Deutschland oder Dänemark.



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MIG-29 18.12.2009 - 07:46

Umerziehung zur Zivilgesellschaft befriedet nicht

Sehr geehrter Jich,
ich werde gar nicht erst versuchen, die von Ihnen gefundene, wirklich beeinbruckende Aufbauliste zu widerlegen. Sie widerspricht meinen Aussagen auch gar nicht, im Gegenteil. Sie belegt vielmehr, dass die Sowjetunion seinerzeit sehr viel mehr für die Wirtschaftsentwicklung Afghanistans getan hat, als die ISAF-Koalition. Wobei Ihre Liste allerdings belegt, dass die Entwicklungshilfe bereits in den 60igern einsetzte und nicht erst in den 70igern, wie ich geschrieben hatte. Sie bewirkte eine starke Moskauorientierung des Landes. König Daoud machte sogar gerne Urlaub am Baikalsee (Quelle: Augenzeugen).

Der sowjetische Strassenbau hat allerdings noch nicht die Mudschaheddin gezeugt. Als aber nach dem Sturz von Daoud die (moskauorientierten) Reformer sich daran machten, nach der technischen Infrastruktur auch die Gesellschaftsstrukturen zu modernisieren, rief das massiven Widerstand hervor. Erst danach rückten Sowjettruppen ein.

Daraus lässt sich für das ISAF-Experiment schlussfolgern, dass ein paar kümmerliche Landwirtschaftsprojekte, Schulbau und Umerziehungsversuche zur Zivilgesellschaft für die Afghanen vermutlich keine Gründe sein werden, sich mit Karsai und der Nato-Militärpräsenz abzufinden (die jetzt schon Ausmasse wie zu Sowjetzeiten erreicht hat).


jich 17.12.2009 - 17:50

hier nochmal der Direktlink zur englischen Übersetzung:

(die deutsche Version kann man vergessen)


jich 17.12.2009 - 17:46

Quellen?

Sehr geehrter mig29,
Sie reden von einer "(falschen) Modernisierung" und bezeichnen sie als einen der "Hauptgründe" für den Sieg der Mudschaheddin? Könnten Sie das näher erläutern und mit einer Quellen belegen?
Ich persönlich erkenne in Ihren Aussagen keine Logik.

Ich habe auf inosmi eine Interessante Aulistung gefunden, die ihrer obigen und der "[erst]Mitte der 70iger Entwicklungshilfe" - Behauptung widersprechen. (falls Sie des Russischen mächtig sind, macht der google translator einen akzeptablen Job bei der Übersetzung)
Diese Liste stammt zwar aus einem Forum, aber ich halte sie für durchaus glaubwürdig (ich würde gerne auch Ihre Quellen sehen, die das widerlegen könnten) und um Einiges beeindruckender als Ihre Argumente...


MIG-29 17.12.2009 - 11:35

Quellenlage Afghanistan

Wikipedia hat eben doch Schwächen. Tatsächlich hat die Sowjetunion schon seit Mitte der 70iger \"Entwicklungshilfe\" für Afganistan geleistet und dann natürlich vor allem nach dem Sturz von Daoud den moskauorientierten Präsidenten wirtschaftlich unter die Arme gegriffen (Infrastruktur, Landwirtschaft, Ausbildung). Übrigens war gerade der relativ schnelle Erfolg der (falschen) Modernisierung doch einer der Hauptgründe dafür, dass sich dagegen die islamistisch-traditionalistische Opposition der Mudschaheddin formieren konnte - und schliesslich einige Jahre nach dem Rückzug der Sowjetarmee auch siegte. Ob Obama hartnäckiger sein wird, als Gorbatschow (oder der islamische Traditionalismus) - das wird sich zeigen.


jich 16.12.2009 - 20:48

Gibt es im Netz irgendwo vernünftige Quellen dafür? Google liefert nur spärliche Ergebnisse und keine konkreten Zahlen dazu.

Ich erinnere mich an eine Afghanistan-Diskussionsrunde im ARD, wo Peter Scholl-Latour kurz damalige Sojetische Aufbauarbeit erwähnt hatte und alle anderen Gäste ihn mit verdutzten \"Sie wollen doch nicht NATO mit den Barbaren von der UdSSR vergleichen?\" Gesichtern angeguckt haben, so dass die Diskussion sich nicht in die Richtung weiterentwickeln konnte...


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