Montag, 04.07.2005

Russland tritt Islamischer Konferenz bei

Russland baut seine Verbindungen zur muslimischen Welt aus (foto: Iljassow/rufo)
Moskau. Russland ist als Beobachter der Organisation „Islamische Konferenz“ (OIC) beigetreten. Der Schritt soll dem Dialog der Zivilisationen dienen, hieß es in Moskau.

Die OIC-Außenminister-Konferenz stimmte am Wochenende auf ihrer Abschluss-Sitzung in der jemenitischen Hauptstadt Sana für den russischen Aufnahmeantrag, berichtete das Moskauer Staatsfernsehen. Die Entscheidung sei ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Dialogs zwischen den Zivilisationen, sagte der russische Außenamtssprecher Alexander Jakowenko.

Die 1969 in Saudi-Arabien gegründete Organisation „Islamische Konferenz“ vereinigt derzeit 57 islamisch geprägte Länder. Sie setzt sich laut ihrer Charta für eine wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten ein, fördert den Dialog mit der nicht islamischen Welt, kämpft gegen Rassismus und für die Heimatrechte der Palästinenser.

In Russland stellen Muslime schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung, in Teilen der Wolga-Region und des Nordkaukasus aber auch die Mehrheit aller Einwohner. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bei einem Besuch in Malaysia vor zwei Jahren den Beitritt seines Landes zur OIC initiiert.
(epd/kp)