Donnerstag, 11.08.2005

Susdal: da, wo die Zeit stehen bleibt

Architektur wie aus dem russischen Märchen: einfache Holzhäuser. Im Fenster die obligatorischen Geranien (Foto: Maximowa/.rufo)
Susdal. Die 980-jährige Stadt wird zu Recht Perle des Goldenen Ringes genannt. Kirchen und Klöster prägen ihr einzigartiges Antlitz. Seit 1992 steht der Susdaler Kreml auf der Welterbeliste der UNESCO.
Gegründet 1024, erlebte Susdal seine Blütezeit im 11. Jahrhundert. Die Stadt wurde zur Hauptsadt des Fürstentums Rostow-Susdal und zu einem wichtigen Handelszentrum. Doch der Aufstieg dauerte nicht lange: Die mongolischen Tataren fielen in Russland ein und zerstörten Susdal.

Anfahrt
Die Fahrt von Moskau nimmt etwa 4 bis 5 Stunden in Anspruch. Man kann mit dem Bus vom ZOB unweit der Metrostation Schjolkowskaja starten oder mit dem Zug vom Kursker Bahnhof bis Wladimir fahren und dann Susdal mit dem Bus erreichen.
Doch die Stadt wurde wieder aufgebaut und blieb eines der kulturellen und religiösen Zentren Russlands. So mächtig wie zuvor wurde die Stadt aber nie wieder. Susdal musste den Platz auf der politischen Arena für Moskau räumen.

Ruhige Lebensweise und keine Hektik

Wer Ruhe sucht, findet sie hier in Hülle und Fülle. Sogar am Wochenende sind die Straßen fast leer. Ein- bis maximal zweistöckige Häuser mit der aus Holz geschnitzen Fensterverkleidung stehen unter Ebereschenbäumen. Bei einem Blick in die Wohnstube, kann der Besucher fast überall Geranien entdecken.

Es gibt keine Werbeplakate auf der Straße, kein Zeichen modernen Lebens. Es scheint beinahe so, als ob ein Theaterstück ländliche Idylle vorgaukelt und sobald die Besucher verschwinden, der Vorhang fällt und das normale unruhige Leben zurückkehrt.

Über Straßenmusik, Kirchen und Salzgurken

\'Eine
Die ganze Stadt ist ein Museum unter freiem Himmel. Auf einer Fläche von nur neun Quadratkilometer befinden sich über 200 Kultur- und Architekturdenkmäler: der Kreml, zahlreiche Kirchen und Klöster. Ausländische und russische Touristen flanieren im Stadtzentrum, schauen sich Souvenire auf dem Markt an und kaufen frische Salzgurken aus großen Behältern von redseligen Babuschkas (Omas).

Sie stehen im Zentrum Susdals fast an jeder Ecke. Durch teilweise gepflasterte Straßen kann man in einer Pferdekutsche fahren. Die Stadtmusikanten in Nationaltrachten sorgen für das nationale Kolorit. Susdal ist von Moskau aus das ideale Reiseziel fürs Wochenende.

(kam/.rufo)