Mittwoch, 15.01.2003

Halbinsel Swatoj Nos – Bad unter Wölfen

Die Schlangeninsel auf der Halbinsel Swjatoi Nos. (Foto: Deeg/.rufo)
Auf der burjatischen Seite des Baikalsees gibt es eine große und zwei kleine Badewannen: Die große ist die flache Tschiwyrkujski-Bucht „hinter“ der Halbinsel Swjatoj Nos, wo sich das Seewasser im Sommer auf über 20 Grad erwärmen kann. Die kleinen sind aus Holz und riechen etwas nach Schwefel.
Der Grund: Am Ufer von Swjatoj Nos gibt es Thermalquellen mitten in der Natur, wo man seinen müden Knochen etwas Gutes tun kann.

Die etwa 50 Kilometer lange bergige Halbinsel Swjatoj Nos („Heilige Nase“) ist dem Baikal-Ostufer vorgelagert und über eine sandige Landbrücke mit dem Festland verbunden. Das ganze Territorium gehört zu einem der Baikal-Nationalparks. Hinter der Stadt Bargusin stößt man deshalb auf einen Posten, an dem Eintrittsgeld zu entrichten ist.

Eine etwa 40 Kilometer lange Piste führt auf die Halbinsel und verbindet die einsamen Fischerdörfer Monachowo, Katun und Kurbulik mit dem Rest der Welt. Ansonsten ist Swjatoj Nos unbesiedelt – sieht man einmal von den 80 Bären ab, die die Nationalparkverwaltung hier 1997 gezählt hat.

Am Ostufer von Swjatoj Nos liegt zwischen dichten Wäldern die Buchta Smeinaja (Schlangenbucht). Trotz des abschreckenden Namens trifft man hier auf relativ viele Bootstouristen. Direkt im Uferkies sind zwei hölzerne Kästen mit Zweier-Sitzbänken in den Boden eingelassen.

Hier lässt man sich gerne nieder, bietet das leicht nach Schwefelwasserstoff muffelnde Wasser doch völlig unbaikalische Temperaturen: Über 40 Grad in der einen Quelle, etwas weniger in der anderen.

Hat man sich gebührlich aufgewärmt und entspannt, hat der Gedanke an ein anschließendes Bad in den Baikalfluten jeglichen Schrecken verloren. Abgesehen davon, möchte man auch gerne den seltsamen Schwefelschmierfilm auf der Haut wieder abspülen.
Die Schlangenbucht etwa acht Kilometer nördlich von Kurbulik ist unproblematisch nur per Boot zu erreichen. Da die Gegend Nationalpark ist, dürfen Wasserfahrzeuge an den Thermalquellen nur für maximal vier Stunden anlegen. Auch das Zelten ist hier verboten.

(ld/.rufo)