Sonntag, 05.01.2003

Jaroslawl – 1.000 Jahre russischer Geschichte

Die Epiphanienkirche ist eins der Wahrzeichen von Jaroslawl. Vor der Kirche das Denkmal für den Stadtgründer Jaroslaw den Weisen (Foto: Ballin/.rufo)
Im September 2010 feiert Jaroslawl sein 1.000jähriges Jubiläum und ist damit über 100 Jahre älter als Moskau. Die frühere Hauptstadt des russischen Zarenreiches an der Wolga ist speziell im Frühjahr/Sommer einen Besuch wert.


Die Stadt am Zusammenfluss von Wolga und Kotorosl kann mit einer großen Zahl faszinierender Kirchen und Klöster aufwarten, die mit teils einmaligen Fresken bemalt sind. Das Christi-Verklärungskloster im Zentrum von Jaroslawl war einst eines der reichsten Klöster Russlands. Zudem gibt es in der Stadt erfreulich viel Grün - entlang der Wolgapromenade oder auch in den vielen Parks.
Blick auf einen Seitenturm des kremlartig angelegten Christi-Verklärer-Klosters (Foto: Ballin/.rufo)
Der Kiewer Fürst Jaroslaw der Weise legte die Stadt an der Mündung der Kotorasl in die Wolga als Festung an und benannte sie sich selbst zu Ehren Jaroslawl. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage entwickelte sich die Stadt schnell und wurde zum Sitz eines Fürstentums.

Erst 1463 musste sich Jaroslawl dem Großfürstentum Moskau unterwerfen. Während der so genannten "Smuta", der Zeit der Wirren, war Jaroslawl für einige Monate Hauptstadt des russischen Reiches und Station eines Befreiungsheers unter der Leitung von Kusma Minin und Fürst Dmitri Poscharski. Das Heer nahm schließlich das von den Polen besetzte Moskau ein.
Eine wichtige Rolle spielte Jaroslawl auch in der Folgezeit. Vor der Gründung St. Petersburgs war Jaroslawl sogar zeitweise die nach Moskau bedeutendste Stadt des Zarenreiches.

In der Sowjetunion entwickelte sich Jaroslawl auch zu einer Industriestadt mit Unternehmen im Maschinenbau und Chemiesektor. Mit über 600.000 Einwohnern ist Jaroslawl heute die größte Stadt am Goldenen Ring.

(ab/.rufo/04/2010)