Donnerstag, 09.01.2003

Sergijew Possad - Russisch-Orthodoxer Vatikan

Sergijew Possad ist eins der wichtigsten Zentren der russisch-orthodoxen Kirche (Foto: Packeiser/.rufo)
Zwiebeltürme, Zwiebeltürme, Zwiebeltürme: Das Dreifaltigkeits-Sergios-Kloster in der Stadt Sergijew Possad ist eines der wichtigsten religiösen Zentren Russlands, ein bedeutender Wallfahrtsort für orthodoxe Christen und das Ausflugsziel für Touristen im Moskauer Umland schlechthin.
Das Kloster wurde 1340 durch den später heilig gesprochenen Mönch Sergios von Radonesch gegründet und expandierte mit steigendem Wohlstand und Einfluss.

Heute ist der Komplex mit einer 1,6 Kilometer langen weißen Wehrmauer umgeben, der das Kloster viel verdankt. Während der "Zeit der Wirren" (Smuta) nach dem Tod Iwans des Schrecklichen hatten polnische Truppen Moskau eingenommen und belagerten danach ganze 16 Monate lang das Kloster in Sergijew Possad - ergebnislos.


Nach der Revolution von 1917 wurde die Stadt nach einem bolschewistischen Revolutionär in Sagorsk umbenannt. Mehrere Jahrzehnte lang residierte auch der russische Patriarch in Sagorsk, bis ihm 1988 das Moskauer Danilow-Kloster zurückgegeben wurde.


Das Kloster ist an Touristenscharen gewöhnt, allerdings gelten strenge Verhaltensregeln. Wer eine der Kirchen betreten will, muss sich an die Kleiderordnung halten: Frauen benötigen ein Kopftuch und einen Rock, kurze Hosen und schulterfreie Oberbekleidung sind ebenfalls tabu. Wer auf dem Klostergelände fotografieren oder filmen will, muss eine Erlaubnis dafür kaufen.