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Tatjana Stepanowa:
Vom Tatort an den Schreibtisch

Von Caroline Uhlig. Als Absolventin der juristischen Fakultät und Majorin der Hauptverwaltung des Innenministeriums schreibt mit Tatjana Stepanowa eine Frau vom Fach Krimis. Die 1966 geborene Moskauerin begann 1983 an der Staatlichen Universität Moskau zu studieren. Das Jurastudium schloss sie 1988 ab und trat in den Polizeidienst ein. Anfangs noch an den Tatorten tätig, wechselte Tatjana Stepanowa 1992 zum Pressedienst.

Durch Umberto Ecco`s „Name der Rose“ kam sie auf die Idee, dass Krimis doch eigentlich ein ganz interessantes Genre sind und durchaus gut verpackt sein können. Mit der Aufbereitung von Verbrechen für russische Zeitungen und Zeitschriften befasst, begann Stepanowa auf neue Art und Weise Straffälle zu reflektieren, zu hinterfragen.

Zwar bleibt für Stepanowa neben der Arbeit nie viel Zeit, dennoch begann sie Anfang der 1990er Teile ihrer hauptberuflichen Arbeit in Romanform zu bringen. Die erste Veröffentlichung befand sich 1994 in einem Polizei-Journal. Ihr erster Roman wurde 1994 in Russland veröffentlicht. Mittlerweile wurden dreizehn Romane auf den Markt gebracht, die durchschnittlich in einer Auflage von bis zu drei Millionen Exemplaren erschienen.

Der Leser hat also durchaus das Werk einer versierten Autorin vor sich liegen. Und Tatjana Stepanowas Leser scheinen dies auch zu honorieren. Böse Zungen behaupten zwar, der derzeitige Erfolg der Kriminalliteratur sei darin begründet, dass zu Sowjetzeiten dieses Genre als „zu wenig gehaltvoll“ verfemt wurde. Das sieht Tatjana Stepanowa aber ganz anders.

„Das Interesse für Kriminalromane ist ganz menschlich. Der normale Menschen, liest vom Leiden und Sterben Anderer und begibt sich theoretisch in die spannende Welt der Verbecher. Aber nie ohne den Gedanken ´„Gott sei Dank passiert mir das nicht´.“

Die Ereignisse ihrer Bücher bekommen meist einen mystischen Anstrich, behandeln ferne Länder und sind von klugen und begabten Haupthelden bestimmt. Kritiker aber meinen, Stepanowas Werke triefen vor Blut, seien gar zu brutal.

„Morde sind immer blutige Angelegenheiten, und bei meiner Arbeit sehe ich nun einmal viel Blut. Es gibt Episoden und Situationen, die natürlich tiefe Eindrücke hinterlassen. Und diese finden sich in meiner Arbeit wieder. Ich könnte mir solche Dinge nicht ausdenken, hätte ich sie nicht gesehen.“

Stepanowas „Star für eine Rolle“ soll noch in diesem Jahr im Lübbe Taschenbuch Verlag erscheinen.

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