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Die revolutionären Massen in Tiflis (Foto:newsru.com)
Die revolutionären Massen in Tiflis (Foto:newsru.com)

Georgien: Klein-Jugoslawien hinterm Kaukasus

Von Lothar Deeg, St. Petersburg. Belgrad lässt grüßen: Mit sanfter Gewalt eroberte die bei Wahlen hintergangene Opposition in einer weiteren „samtenen Revolution“ erst das Parlament und dann die Macht. Und Eduard Schewardnadse, der ebenso altgediente wie ungeliebte Staats-Chef, nahm am Ende eines dramatischen Wochenendes lieber den Hut, als sein ohnehin ausgepowertes und zerrissenes Land in einen weiteren Bürgerkrieg zu stürzen.

Zwar wird er anders als Milosevic von niemanden vor ein internationales Gericht gestellt werden – im Gegenteil, im Ausland genießt Gorbatschows einstiger Außenminister einen besseren Ruf als zuhause

Für die USA war er ein guter Alliierter – egal, ob es um Ölpipelines oder Nadelstiche gegen Russland ging. Die Deutschen würden ihm laut F.D.P. seinen Beitrag zur Einheit des Landes gerne mit einem sicheren Exil in einer Schwarzwaldvilla danken. Und jene Memoiren kaufen, die Schewardnadse nun schreiben will. Denn dass er wie Jelzin im eigenen Land ein sorgloses Leben als vor Verfolgung immuner Polit-Pensionär führen kann, ist in der chronisch chaotischen Republik noch lange nicht garantiert.

Weniger hell als für den Verlierer sind die Aussichten für die tanzenden Triumphatoren von Tiflis: Ihre Zweckallianz muss sich nun auf gemeinsame Ziele festlegen. Doch Konflikte zwischen den Nationalisten des „starken Mannes“ Saakaschwili und der west-orientierten Übergangspräsidentin Burdshanadse werden schnell aufbrechen. Zudem droht Georgien eine weitere Sezession nach Abchasien und Südossetien: Die Schwarzmeerprovinz Adscharien hatte sich mit Schewardnadse arrangiert und dessen Gegner bekämpft. Auch im territorialen Zerfall erinnert Georgien heute an Jugoslawien.

(ld/.rufo)


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