Donnerstag, 25.03.2004

Russische Ostereier – vom Huhn bis zu Fabergé

Ostereier gibt es auch in Russland
Das Ei spielt als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit eine zentrale Rolle in fast allen Kulturen. Es ist ein langwieriger Prozess, die bunten Eier zu kreieren, doch ebenso wie das Plätzchenbacken an Weihnachten ist es ein Brauch, der auf das Fest vorbereitet und Vorfreude beschert.
Der Brauch, an Ostern Eier zu verschenken, geht auf die heilige Maria Magdalena zurück. Anlässlich der Himmelfahrt von Jesus Christus fuhr sie nach Rom, um eine Predigt zu halten. Dem römischen Kaiser Tiberius übergab sie ein rotes Ei und sprach: „Christus ist auferstanden.“ Dem Ei kommt damit eine symbolische Funktion zu. Es steht für den Leib Christi und dessen Auferstehung. Das rote Ei Maria Magdalenas war gleichbedeutend mit dem Blut und Leiden Christi.

Heutzutage werden Eier an Ostern mit allen möglichen Farben und Verzierungen versehen – die Idee wurde also weiterentwickelt. Traditionell wird auch in Russland mit Zwiebelschalen gearbeitet, die den Eiern eine hell- bis dunkelbraune Farbe verleihen. Außerdem wurden die Eier früher auch häufig mit alten Wollfäden umwickelt und gekocht, um noch andere Färbungen zu erreichen. Es gibt sogar den russischen Glauben, dass, wer sich im eierfarbenen Wasser wäscht, im nächsten Jahr mit Gesundheit und Schönheit belohnt wird. Die Eier werden entgegen deutschen Brauchtums in Russland nicht versteckt und gesucht. Sie werden einfach als Geschenke überreicht und zwar an jeden Bekannten und Verwandten.

Die schönsten und teuersten Ostereier fertigte der Juwelier Peter Karl Fabergé für die Zarenfamilie. Das erste Porzellanei verließ seine kunstfertigen Hände 1885. Es wurde zur Tradition, jedes Jahr ein Eier-Exemplar zu entwerfen – und es kann behauptet werden, dass jedes Einzelne dieser farben- und edelmetallprächtigen Kunstwerke ein Unikat ist.


Außerdem: Wer zur Osterzeit in Russland unterwegs ist, sollte sich nicht wundern, wenn er von Wildfremden mit den Worten „Christus woskres!“ (Christus ist auferstanden) angesprochen und zudem noch geküsst wird. Die Antwort sollte lauten: „Woistinu woskres!“ – Er ist tatsächlich auferstanden.

(cu/rufo.)