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| Statt Kurokawas "Raumschiff" gibt es vielleicht ein Stadion von der Stange. | |
Montag, 06.10.2008
Finanzierung des neuen Zenit-Stadions noch unklar
St. Petersburg. Zenits supermodernes Stadion wird immer mehr zur Fiktion. Für die um ein Mehrfaches gestiegenen Kosten gibt es keine Mittel. Ab November wird der Bau gestoppt und ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben.
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Die neue Arena sollte 2008 fertig sein und 250 Millionen Dollar kosten. Im August war endgültig klar, dass sowohl Kosten als auch Fertigstellungsfrist illusorisch sind. Die Bauarbeiten erwiesen sich als wesentlich schwieriger als erwartet, was eine immense Teuerung und Fristverschiebung nach sich zieht.
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Der weiche Grund des Areals am Finnischen Meerbusen erfordert umfangreiche Erdarbeiten, die der Entwurf des japanischen Architekten Kisho Kurokawa nicht vorgesehen hatte. Zusätzliche Kosten erbringen das Schiebedach und der ausziehbare Rasen.
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So sind statt der zuerst veranschlagten rund 250 Millionen Dollar nun plötzlich 900 Millionen vonnöten, also fast vier Mal so viel. Die Stadt, die als Bauherr auftritt, hat das Geld nicht und sucht jetzt händeringend nach Investoren. Auch die angepeilte Eröffnung des Stadions im Jahre 2010 wird unrealistisch.
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Gazprom stellt sich quer
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Natürlich ist Gazprom die erste Adresse für finanzielle Unterstützung. Zenits Hauptsponsor hatte, als die Idee mit dem neuen Stadion herangereift war, der Stadt angeboten, die Gesamtfinanzierung zu übernehmen und dafür in den Besitz der Arena zu gelangen. Petersburg lehnte aber ab.
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Schließlich einigte man sich darauf, den Bau aus den Steuergeldern zu finanzieren, die nach der Registrierung der Tochterfirmen von Gasprom in den Haushalt zu fließen begannen. Dies sind laut der Internetzeitung Fontanka.ru inzwischen um die 50 Milliarden Rubel (19 Milliarden Dollar).
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Die Stadt ist nun bereit, 51 Prozent der Eigneranteile an der neuen Arena Gazprom oder einem anderen Investor zu überlassen. Eigentlich sollte die Finanzierung bis Ende September klar sein. Jetzt spricht man von einer Deadline am 8. Oktober. Da Gazprom kaum gewillt ist, auf die Bedingungen einzugehen, erscheint auch diese letzte Frist als illusorisch.
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Neues Bauloch und beschädigte Reputation
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Derweil ist der Bau des neuen Stadions für den FC Zenit äußerst wichtig. Die UEFA hat schon angekündigt, dass die alte Petrowski-Arena nur „bedingt“ für die Champions League zugelassen ist. Sollte Zenit in die nächste Runde kommen, müssten die Spiele in Moskau ausgetragen werden. Für die Petersburger Fangemeinde wäre dies ein Affront.
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Um die Sache zu beschleunigen, wird schon darüber nachgedacht, Kurokawas Entwurf zu entsagen und ein billigeres, bereits fertiges Projekt zu kaufen. Zum Vergleich: Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Schalke 04) kostete 245 Millionen Dollar, die AOL-Arena in Hamburg 127 Millionen.
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Auf jeden Fall wird der Bau nach Abschluss der Tiefbauarbeiten erst einmal auf Eis gelegt. Diese sind voraussichtlich zum 1. November hin vollendet. Dann wird ein neuer Wettbewerb um die Bauauftragnahme ausgeschrieben.
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Zu fürchten ist, dass Petersburg nach der Grube neben dem Moskauer Bahnhof sein nächstes gewaltiges Bauloch bekommt. Und die Stadt sich wieder einmal mit Pauken und Trompeten von einem himmelstürmenden Projekt verabschieden muss und ihrem Ruf international ein herber Schlag versetzt wird.
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