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In 101 Tagen wird angepfiffen - ist die Ukraine bereit für die Euro-2012? (Foto: segodnya.ua)
In 101 Tagen wird angepfiffen - ist die Ukraine bereit für die Euro-2012? (Foto: segodnya.ua)
Dienstag, 28.02.2012

100 Tage vor der Fußball-EM: wie weit ist die Ukraine?

Kiew. In 101 Tagen wird die Fußball-EM in Polen und der Ukraine angepfiffen – ein guter Anlass für eine Bestandsaufnahme. Wie weit ist die Ukraine mit den Vorbereitungen? Wo gibt es noch Probleme? Hier ein Einblick.

UEFA-Chef Michel Platini ist zufrieden – im italienischen Radio erklärte er am Montag, die Vorbereitungen in den beiden Gastgeberländern seien „zu 95 Prozent abgeschlossen“. Es werde Tag und Nacht gearbeitet, um das Turnier auf dem allerhöchsten Niveau durchführen zu können, wird Platini auf der offiziellen EM-Webseite der Ukraine zitiert.

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Auch das offizielle Kiew gibt einen lupenreinen Bericht ab. Der für die Infrastruktur der Ukraine zuständige Vizepremier Boris Kolessnikow sagte unlängst im Fernsehen: „Die Ukraine hat vier neue Flughäfen gebaut (…) und vier Stadien vorbereitet. Wir haben das faktisch Innerhalb von 18 Monaten geschafft. Niemand in Europa hat solche Erfahrungen.“

Hinkender Straßenbau und große Sprachprobleme


Soweit erst einmal die offiziellen Verlautbarungen. Wjatscheslaw Konowalow von der Bürgerinitiative „EURO-Patrouille“ ist der Ansicht, die Infrastruktur sei „höchstens zu 70 Prozent“ fertig. Dabei seien die für die EM-Vorbereitung bewilligten Mittel zum Teil in völlig Fußball-ferne Objekte geflossen wie z. B. die Straße zur Präsidentenresidenz „Meschigirja“.

Alexander Daniljuk von der Initiative „Gemeinsame Sache“ beschreibt in seinem Blog die EM-Trasse Kiew-Charkow-Donezk als „gewöhnliche zweispurige Straße ohne Mittelstreifen: In den Schlaglöchern kann man die Reifen verlieren. An einigen Stellen laufen lahme Reparaturarbeiten. Und dafür wurden 15 Milliarden Dollar aus dem Haushalt bezahlt?“

Der Koordinator von „EURO-Patrouille“, Nikolai Worobjow, bemängelt das Fehlen von englischsprachigen Hinweisschildern auf den ukrainischen Bahnhöfen und die schlechten Englischkenntnisse des Personals. „Bei unseren Patrouillen haben wir in Kiew nur drei Milizionäre gefunden, die auf Englisch antworten konnten“, so Worobjow.

Die Chance verpasst?


Politikprofessor Alexej Garan weist auf die „politischen Verfolgungen“ im Land hin: „Oppositionsführer hinter Gittern sind kein Aushängeschild für ein Sportfest.“ Der Europa-Parlamentarier Pawel Kowal sieht gar eine verpasste Chance für die Ukraine: „Die Vorbereitung zur europäischen Fußballmeisterschaft hätte für die ukrainische und die polnische Öffentlichkeit ein wichtiges Ereignis werden können, ist es aber nicht geworden“, sagt er.

Wäre die EM von Deutschland und Russland veranstaltet worden, hätte es ganz anders ausgesehen: „Sie hätten „eine große Ausstellung zu den gegenseitigen Beziehungen gemacht, 20 Bücher in beide Sprachen übersetzt, hätten noch eine Gaspipeline gebaut, und der Ball wäre nur ein Anhängsel zu allem geworden“, so Kowal. Nichts dergleichen in Polen und in der Ukraine.

Generalprobe im April


Mängel beim Straßenbau und im Servicebereich werden auch offiziell zugegeben, aber Kiew ist voller Optimismus, dass bis zur (selbst gesetzten) „Deadline“ am 10. Mai alles picobello sein wird. Als Generalprobe soll Ende April/Anfang Mai ein Schülerturnier streng nach den Regeln des „großen“ Wettbewerbs durchgeführt werden.

Am Kiewer Flughafen laufen zurzeit „Härtetests“ für die neuen Terminals. Der Airport in Donezk – eines der größten Sorgenkinder bei der Vorbereitung – soll Anfang Mai zu 100 Prozent voll einsatzbereit sein. Dutzende Hotels in den Austragungsstädten Kiew, Charkow, Donezk und Lwow stehen vor der Eröffnung.

Fazit: Es gibt noch genug zu tun, aber die Austragung der EM in der Ukraine (und in Polen natürlich auch) ist nicht mehr gefährdet, so wie es einige Jahre lang ausgesehen hatte.



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papu ukraina 13.03.2012 - 15:49

Korruption im ganzen Land

Die Gelder für den Strassenbau sind nur zusätzliche Einnahmen für die korrupten Behörden und Oligarchen in der Ukraine. Die Strassen werden, wenn überhaupt, nur ausgebessert und nächstes Jahr geht es wieder von vorne los. Aber die Gelder verschwinden in den Taschen dieser korrupten Gesellschaft, während die Bevölkerung mit ein paar Griwna ums überleben kämpft.
Die UEFA hat nur den reichen korrupten in der Ukraine die Taschen gefüllt - ist man im Ausland denn so blind????


Matthias 28.02.2012 - 19:46

Ich war letztes Jahr positiv überrascht, wie viele Leute in Museen, Restaurants (im Zentrum) in Kiew Englisch gesprochen haben - mehr auf jeden Falls als zum Beispiel in St. Petersburg ;-) Ich wünschte mir nur, dass das zum Beispiel auch am Bahnhof in Kiew der Fall wäre - 1 1/2 Stunden um ein Ticket nach Wien zu kaufen (ich bin zu faul um Russisch zu lernen ;-) ). Und eine Erneuerung des Rollmaterials der Ukrainischen Bahn wäre auch schön...


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