Mittwoch, 06.06.2012

Pawel Pogrebnjak: russische Spieler keine alten Opas

Der Ex-VfBler Pawel Pogrebnjak sieht optimistisch in die Zukunft - die eigene und die der russischen Fußball-Nationalmannschaft. (Foto: sport-express.ru)
Warschau. Kurz vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat Nationalstürmer Pawel Pogrebnjak ein Interview gegeben. Die Mannschaft sei zwar die älteste beim Turnier, aber es spielten keine Opas.
Vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz hatte Pogrebnjak (Ex-Zenit, Ex-VfB Stuttgart, aktuell Fulham London) Pech – wegen einer Verletzung musste er noch vor dem Beginn der EM abreisen. Dieses Mal ist er dabei, wenn auch womöglich erst einmal nur als Ersatzspieler für Pawljutschenko und Dsjuba.

In einem Interview für die russische Zeitung Sport-Express sagte er am Dienstag, alles sei hervorragend geregelt im Ablauf der Vorbereitung der Nationalmannschaft, nur der Weg zum Trainingsplatz in der Warschauer Vorstadt Sulejowek sei dann doch etwas sehr weit (30 Minuten Busfahrt). Aber auch das sei nicht so schlimm, würde doch nur einmal am Tag trainiert.

Keine Buranowskije Deduschki


„2008 sind wir bei den Übungseinheiten jedes Mal fast gestorben vor Anstrengung. Jetzt ist es lockerer. Gucken wir mal, was effektiver ist“, so Pogrebnjak beim Vergleich der Trainingsgewohnheiten von Guus Hiddink und Dick Advocaat. Die Stimmung sei aber gleich gut unter beiden Fußballlehrern.

Auf das Alter der Sbornaja angesprochen – die Russen stellen das älteste Team bei der EM, die Deutschen übrigens das jüngste –, sagt der Ex-Stuttgarter: „Vor vier Jahren hieß es, wir seien eine junge Mannschaft, jetzt nennt man uns im Scherz die Buranowskije Deduschki (Opas). (…) Ich denke aber, wir sind jetzt auf dem absoluten Höhepunkt. Wir haben viel Kraft und sollten die nutzen.“

“England ist das beste, was da Schicksal geben kann“


Pogrebnjak ist einer von zwei Legionären in der russischen Nationalmannschaft. Der andere ist Marat Ismailow, der in Spanien bei Sporting Lissabon engagiert ist und nach mehrjähriger Pause erstmals wieder in den Nationalkader berufen wurde.

Pogrebnjak möchte gern noch länger in London bleiben. Sein Vertrag mit Fulham ist noch nicht unter Dach und Fach, aber er hofft auf eine positive Lösung. „Wenn du in der englischen Meisterschaft spielst, ist das das Beste, was das Schicksal dir geben kann“, so der 28-jährige Stürmer.

Laut Pogrebnjak sollte nach Advocaats Abgang nach der EM wieder ein ausländischer Coach die Sbornaja trainieren: „Ich bin, wie die meisten anderen Spieler auch, für einen Ausländer. Die Ergebnisse taugen, also warum etwas ändern?“