Donnerstag, 15.08.2013

Russland blamiert sich bei WM-Qualifikation in Nordirland

Blamage: Gegen Nordirland kassierte Russland eine 0:1-Niederlage in der WM-Qualifikation (Foto: TV)
Belfast. Zeitgleich mit der deutschen Nationalmannschaft hat sich die russische Sbornaja blamiert. Im Gegensatz zum DFB-Team ging es für die Russen bei der WM-Quali um reale Punkte. In Belfast gab es aber nichts zu holen.
Ein Torfestival in Kaiserslautern, Tristesse in Belfast: Während sich Deutschland und Paraguay bei einem Testspiel ein munteres Scheibenschießen lieferten (am Ende ging es friedlich 3:3 aus), war das WM-Qualifikationsspiel Nordirland gegen Russland Fußball zum Abgewöhnen.

Nordirland mit Willen, Russland ohne Lust


Die Nordiren, ohnehin nicht für Fußball-Feinkost bekannt, sind noch nicht im Punktspielbetrieb angekommen. Den Spielern fehlte es entsprechend an Eingespieltheit. Immerhin demonstrierten die Grün-Weißen Einsatzwillen und Zweikampfstärke.

Am Ende reichte das, um gegen pomadige Russen zu gewinnen. In der gesamten ersten Halbzeit gab die Sbornaja genau einen Schuss auf das gegnerische Tor ab. Bei den Nordiren war es ein gefühltes Dutzend. Kurz vor der Pause hätte der Pfostentreffer von Jamie Ward so etwas wie ein Warnschuss für die Russen sein können, zumal glücklicherweise auch das Nachstochern von Paterson ohne Torerfolg blieb.

Gegentor kurz vor der Pause


Stattdessen ließ in der nächsten Szene McGinn am rechten Flügel Dmitri Kombarow stehen, flankte nach innen, wo Paterson das Kopfballduell gegen Beresuzki gewann und in der 43. Minute zum 1:0 für Nordirland einköpfte. Das war auch der Pausenstand.

Zur Halbzeit wechselt Nationaltrainer Fabio Capello zweimal aus – Dsjuba für den agilen, aber glücklosen Kerschakow und Tscheryschew für den lustlosen Dsagojew. Neuen Schwung brachte der Wechsel nicht, zumal Capello nach nur sieben Minuten Tscheryschew verletzt wieder vom Platz nehmen musste.

Am Ende sahen die Zuschauer nicht eine einzige echte Torchance des russischen Teams. Der Neunte der FIFA-Weltrangliste verlor mit 0:1 gegen die Nummer 109. Ein Debakel, dass sich noch bitter rächen könnte. Mit einem Sieg hätte Russland die Führung in der Gruppe F übernehmen können. Mit 15 Punkten aus sechs Spielen wäre das Ticket nach Brasilien wohl sicher gewesen. Portugal hat bei bereits sieben Spielen nur 14 Punkte auf dem Konto.

Qualifikation unnötig erschwert


Zwar hat Russland trotz der Niederlage noch die Chance, die Qualifikation aus eigener Kraft zu schaffen, dafür muss die Sbornaja jetzt aber alle ihre Spiele gewinnen, darunter die Auseinandersetzungen gegen das (noch) von Ex-Bundestrainer Berti Vogts geführte Aserbaidschan und gegen Israel, das mit elf Punkten ebenfalls noch Ambitionen auf die WM hat.

Portugals Kapitän Christiano Ronaldo jedenfalls erklärte nach der Überraschung von Belfast, sein Team habe neue Motivation geschöpft. Zugleich sei er aber vor den Nordiren nun gewarnt. Auch Portugal muss noch bei den kampfstarken Kelten antreten.