Dienstag, 26.03.2013

Beresowskis letztes Interview ...habe den Lebenssinn verloren

Rätselhafter Tod des Ex-Milliardärs (Foto: polit.pro)
Moskau/London. Wie die britische Polizei nach der erstens gerichtsmedizinischen Untersuchung des toten Boris Beresowski mitteilt, ist dieser durch Strangulation zu Tode gekommen. Hinweise auf Gewaltanwendung gebe es nicht.
Damit gibt es bisher auch keine endgültige Aussage der britischen Ermittler darüber, ob es sich um Selbstmord, Mord oder irgendetwas anderes gehandelt haben könnte. Erst eine weitere toxikologische Untersuchung und andere Ermittlungen können dazu in einige Wochen Erkenntnise bringen.

Wahrscheinlich ist allerdings ein Selbstmord, darin sind sich zumindest Beobachter in Russland weitgehend einig.

Der tote Boris Beresowski war von seinem letzten Leibwächter, einem Ex-Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad, tot, aber voll bekleidet auf dem Boden seines verschlossenen Badezimmers gefunden worden. Der Wachmann war von Beresowski selbst für fünf Stunden für einige Erledigungen aus dem Hause geschickt worden, sagt dieser.

Das US-Journal Forbes veröffentlicht derweil das letzte Interview des Ex-Milliardärs, dass dieser am Vorabend seines Todes einem Forbes-Mitarbeiter gab. Das Gespräch sei auf Bitten Beresowskis nicht aufgezeichnet worden, berichtet der Journalist.

"Ich habe den Sinn des Lebens verloren."


Beresowski habe sehr schlecht ausgesehen. Seine Hände zitterten. Er sei ganz in Schwarz gekleidet gewesen und habe gesagt: "Ich habe den Sinn des Lebens verloren. Ich weiss nicht, wie es jetzt weitergehen kann."

Durch den gegen den Milliardär Roman Abramowitsch verlorenen Gerichtsprozess (um etwa 2 Milliarden Euro Schadensersatz) war Beresowski endgültig ruiniert worden.

Seit dem Sommer vergangenen Jahres wurde er darum von Psychologen betreut. Unter anderem hatte er sich auch in Israel in einer Spezialklinik wegen seiner Depressionen behandeln lassen.

Vor einigen Monaten bat Beresowski in einem persönlichen Brief Putin um Vergebung seiner Fehler und Rückkehr nach Russland.