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Mittwoch, 02.11.2005

Der Don Quichotte des Ostblocks

Valeri Sablin wurde hingerichtet (Foto: www.aif.ru)
Karsten Packeiser, Moskau. Vor 30 Jahren versuchte der russischer Marine-Offizier Valeri Sablin, die Sowjetführung zu stürzen. Der im Westen kaum bekannte Aufstand des sowjetischen Don Quichotte endete tragisch.
Viel war es nicht, was Valeri Sablin gegen eine ganze Supermacht aufbieten konnte: Mit einem gekaperten Zerstörer der sowjetischen Kriegsmarine und einer Handvoll treu ergebener Matrosen nahm er im Herbst 1975 Kurs auf Leningrad. Der Offizier mit seinen Visionen von einer menschenwürdigen sozialistischen Gesellschaft bezahlte den Versuch, eine neue russische Revolution auszulösen, mit dem Leben.

Kommunist mit ganzer Seele

Eigentlich sollte Sablin als Politoffizier des Zerstörers “Storoschewoi” (“Wächter”) die Matrosen ideologisch auf der richtigen Linie halten. Jahrelang hatte der überzeugte Kommunist die Klassiker der marxistischen Philosophie studiert. Doch seine Zweifel am Kurs der greisen Kreml-Führung wurden dadurch mit den Jahren ständig größer.

Im November 1975 weihte Sablin in Riga einige Mannschaftsmitglieder in seinen Umsturzplan ein. Nach der Kriegsschiffs-Parade zum 58. Jahrestag der Oktober-Revolution sollte die “Storoschewoi” nicht wie die anderen Schiffe von der lettischen Hauptstadt aus Kurs auf ihre Heimathäfen nehmen, sondern Leningrad ansteuern. Dort wollte Sablin neben dem legendären Kreuzer “Aurora” festmachen und im Staatsfernsehen seine Forderungen verbreiten: Meinungsfreiheit, Kampf gegen Vetternwirtschaft und Bevorzugung der Partei-Bonzen, echter Sozialismus.

Panzerkreuzer Potjomkin bringt Mannschaft in Stimmung

Am Abend des 8.11. ließ ließ Sablin Kapitän Potulny im Unterdeck einschließen und der versammelten Mannschaft im Bordkino den Eisenstein-Film “Panzerkreuzer Potjomkin” vorspielen, um den allgemeinen Kampfesgeist anzuheben. Mit feurigen Reden brachte er nahezu alle Matrosen und die viele der Offiziere hinter sich. Die neue russische Revolution konnte beginnen.

Als die “Storoschewoi” die Rigaer Bucht erreichte, war die Flottenführung jedoch durch einen geflohenen Bordmechaniker bereits vor der Meuterei gewarnt worden. Neun Schiffe des sowjetischen Grenzschutzes und der Ostseeflotte mit Marineinfanteristen an Bord nahmen die Verfolgung auf. Die Admiräle der Flottenführung fürchteten, Sablin könnte versuchen, mit einem der modernsten russischen Kriegsschiffe nach Schweden zu flüchten. Der mitten in der Nacht aus dem Bett geholte Parteichef Leonid Breschnew befahl, die Meuterer um jeden Preis zu stoppen und das Schiff notfalls zu versenken.

Flagge der Revolution gehisst

Sablin funkte derweil an die Armee- und Parteiführung: “Unsere Tat trägt einen rein politischen Charakter und ist kein Vaterlandsverrat. Die Heimat verraten alle diejenigen, die sich gegen uns stellen.” Auf dem Schiff sei die “Flagge der bevorstehenden kommunistischen Revolution” gehisst worden. Am Vormittag des 9.11. verließ die Mannschaft nach einigen Bombenabwürfen der Luftwaffe direkt neben dem Zerstörer allerdings zunehmend die Hoffnung auf ein glimpfliches Ende der Meuterei. Besatzungsmitglieder befreiten den eingesperrten Kapitän, der auf die Brücke stürmte, Sablin ins Bein schoss und wieder das Kommando übernahm.

Die Meuterei auf der Ostsee wurde zu Sowjetzeiten zum Staatsgeheimnis erklärt. Auch westliche Geheimdienste glaubten viele Jahre lang die vom KGB verbreitete Version, Sablin habe das moderne Kriegsschiff in den Westen bringen wollen. Die wenigen Informationen, die über den Vorfall ins Ausland drangen, inspirierten den US-Autor Tom Clancy zu seinem Spionage-Roman “Jagd auf Roter Oktober”, hatten mit den wirklichen Ereignissen jedoch so gut wie nichts mehr zu tun.

Politbüro befiehlt Hinrichtung

Vor allem gab es kein Happy End für die Beteiligten: Wieder an Land gebracht wurde dem aufrühererischen Polit-Offizier der Prozess gemacht. Alle Besatzungsmitglieder bis auf den Matrosen Alexander Schein distanzierten sich von der Meuterei. Auf höchsten Befehl aus dem Politbüro hin lautete das Urteil Hinrichtung durch Erschießen für Sablin und acht Jahre Gefängnis für Schein wegen Landesverrats. Viele der anderen Besatzungsmitglieder wurden aus der Marine entlassen. “Umgebe Dich nie mit Leuten, die kritisieren ohne zu handeln”, schrieb Sablin vor der Hinrichtung in einem Abschiedsbrief an seinen Sohn, “Das sind Heuchler.”

Nach dem Zerfall der Sowjetunion scheiterten mehrere Versuche, Sablin und Schein zu rehabilitieren. “Bis heute will niemand anerkennen, dass das Urteil nicht richtig war”, klagt die Mutter von Alexander Schein, dessen Gesundheit seit der langen Haft ruiniert ist. Das Oberste Gericht des demokratischen Russland befand 1994 lediglich, Sablin hätte nicht erschossen werden dürfen. Die Richter notierten aber ausdrücklich, dass wegen seiner Vergehen “keiner vollständigen Rehabilitierung” möglich sei.

(epd)

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