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| Gagarin und Koroljow - zusammen eroberten sie den Weltraum (Foto: rozamir.org) | |
Freitag, 12.01.2007
Kosmospionier Koroljow – 100. Geburtstag eines Genies
Moskau. Sergej Koroljow, einst Chefkonstrukteur des sowjetischen Raumfahrtprogramms, wäre heute 100 Jahre alt geworden. Doch der geniale Raketenbauer starb nur 5 Jahre nach Gagarins Erdumkreisung an Herzschwäche.
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Bis heute werden die von Koroljow konstruierten Sojus-Raketen und Sojus-Raumschiffe in modifizierter Form bei der Versorgung der internationalen Raumstation ISS genutzt. „Koroljow ist der Vater der russischen Raumfahrt. Seine Forschungen haben erst den Grundstein für die ISS gelegt“, schätzt Andreas Schütz von der DLR die Bedeutung Koroljows ein. Allerdings wurde der Weltraumpionier in seiner Heimat erst nach seinem Tod geehrt und bekannt. Über die Repressionen, denen auch Koroljow unterworfen war, schwieg die sowjetische Führung noch jahrelang.
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Diplomarbeit unter Tupolew
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Am 12. Januar 1907 kam der kleine Sergej in der ukrainischen Stadt Schitomir auf die Welt. Früh entwickelte er Interesse an der Luftfahrt. 1930, schon in Moskau, schloss er gleichzeitig die Pilotenschule und die Fakultät für Luftmechanik an der Moskauer Technischen Hochschule ab. Sein Diplomprojekt – ein Leichtmotorenflugzeug – machte er unter der Leitung des bekannten Flugzeugbauers Andrej Tupolew.
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In den 30er Jahren begann er dann mit dem Bau von Raketen. Sehr schnell wurde dabei sein überragendes Talent sichtbar. Neben dem schöpferischen Genie zählte Koroljow aber auch stets Fleiß zu seinen Tugenden. „Wer arbeiten will – sucht Mittel, wer nicht will - Ursachen“, sagte er einmal.
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Repression und Lager
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Der Aufstieg des Raketenpioniers wurde allerdings 1938 jäh gestoppt, als er von seinem Kollegen Walentin Gluschko denunziert wurde. Es folgten die Verhaftung, ein monatelanger Transport nach Sibirien und schließlich der Aufenthalt im berüchtigten Gulag Kolyma im arktisch kalten Fernostgebiet Magadan. Später dann wurde er in ein Speziallager für Wissenschaftler überführt und setzte dort unter scharfer Aufsicht seine Forschungen fort.
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Erst 1944 wurde er freigelassen und nach Ende des Zweiten Weltkrieges sogar zum Chef des streng geheimen sowjetischen Raumfahrtprogramms ernannt. Unter seiner Führung entwickelte die Sowjetunion ihre erste Interkontinentalrakete. 1956 wurde der erste Sputnik mit einer von Koroljow entwickelten Rakete ins All geschickt.
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Der erste Mensch im All – Koroljows größter Erfolg
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Der größte Erfolg Koroljows ist aber sicher die Konstruktion des Raumschiffs „Wostok“, mit dem Juri Gagarin am 12. April 1961 zur ersten Erdumkreisung eines Menschen abhob. Während Gagarin nach diesem Flug zum weltweit bekannten Superstar seiner Epoche wurde, blieb Koroljow weiterhin im Schatten.
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Erst fünf Jahre später erfuhr der Westen von seiner Existenz. 1966 starb der Raketenbauer an einer Herzschwäche, die Folge seines Lageraufenthalts war. Er wurde mit allen Ehren begraben.
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„Die Genialität einer Konstruktion liegt in ihrer Einfachheit. Kompliziert bauen kann jeder“, soll Koroljow einmal gesagt haben. Er selbst war zweifellos genial. Seinen Ideen und „einfachen Konstruktionen“ verdankte die sowjetische Raumfahrt ihre Führungsposition in jener Zeit. Sein Tod bedeutete auch die Niederlage beim Wettlauf um den Mond. Ansonsten hätte vielleicht ein Russe den „großen Schritt für die Menschheit“ gemacht.
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(André Ballin/.rufo)
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