Freitag, 18.04.2014

Verehrer für Putins Ex-Frau meldet sich aus Sibirien

Ludmila Putina bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt: Bei der Verkündung der Scheidung im Bolschoi Theater(Foto: TV)
Moskau. Ein Rentner aus Nowosibirsk will Nachfolger von Wladimir Putin werden. Der Mann hat es nicht auf den Kreml, sondern auf Putins Ex-Frau Ludmila abgesehen, der er über die Medien einen Heiratsantrag machte.
Auf diesen Moment hat Juri Babin lange gewartet: „Wann werden wir Sie denn mit einer neuen First Lady sehen“, wird Wladimir Putin während des TV-Marathons gefragt. Der Kremlchef, der in der Vergangenheit auch schon mal eine Boulevardzeitung dichtmachen ließ, die Spekulationen über seine Liaison mit der früheren Turn-Olympiasiegerin Alina Kabajewa verbreitet hatte, reagiert gelassen: „Zunächst muss ich meine ehemalige Frau Ludmila Alexandrowna unter die Haube bringen, dann kann ich an mich denken“, sagt er.

Antrag über die Medien


Nur einen Tag später gibt es einen Freier: Babin macht der einstigen First Lady Russlands einen Antrag: „Ich bin seit 2008 frei und möchte Ludmila Alexandrowna Herz und Hand anbieten“, sagte der 62-Jährige. Eigenen Angaben nach wollte er sie schon lange heiraten, doch hatte er bis zu Putins TV-Auftritt nicht davon zu träumen gewagt. „Das ist meine Chance. Vielleicht erfährt sie über die Medien von mir“, meint er.

Für den Unterhalt des Paares wäre gesorgt: Babin ist in Sibirien kein Unbekannter. Der ehemalige Oberst der sowjetischen Armee hat vor gut 15 Jahren, 1998 auf dem Höhepunkt der russischen Finanzkrise, mit dem Geldscheffeln begonnen. Genauer gesagt, er begann Ein-Kopeken-Stücke zu sammeln. Inzwischen gilt er als „Kopekenmillionär“ in Russland. 7,5 Tonnen an Kopekenstücken hat er gesammelt.

Wer die Kopeke nicht ehrt…


Das Geld liegt bei ihm zwar nicht auf der Straße, aber teilweise auf dem Fußboden seines Hauses herum, einen Geldbaum mit Kopekenzweigen und einen Geldbrunnen hat er konstruiert und selbst sein Sakko ist mit Kopeken gepflastert.

Der verrückte Sammler versteht es, aus seiner Leidenschaft für Kopeken handfeste Rubel zu schlagen. Die Ausstellung ist gegen Geld zu besichtigen. Die 600 Quadratmeter große Villa des Rentners beweist, dass die Geschäfte gut laufen. Vor einem Jahr hat er seine Kopekensammlung übrigens zur Auktion angeboten – kurz bevor die russische Zentralbank die Prägung der Ein-Kopeken-Münzen einstellte. Den Wert seiner Sammlung schätzte er auf 19,9 Millionen Rubel (umgerechnet 400.000 Euro).

Snowden Asyl angeboten


Weitere Bekanntheit erreichte Babin im Zuge der Snowden-Affäre: Als der untergetauchte NSA-Whistleblower im vergangenen Sommer über den Moskauer Flughafen und die gesamten Weltmedien geisterte, bot Babin ihm Asyl in seinem Haus an. Allem Anschein nach hat Snowden das Angebot aber ausgeschlagen.

Dass Frau Putina nun Babins Heiratsofferte annimmt, scheint ebenso ungewiss. Als sich die Putins im vergangenen Juni nach 30 Jahren Ehe trennten, wurde offiziell als Grund dafür Ludmilas Öffentlichkeitsscheu angegeben. Ihr Bräutigam in spe hingegen scheint den russischen Boulevardmedien gegenüber keineswegs abgeneigt zu sein.