Jekaterinburg im Ural ist Gastgeberin des 10. Petersburger Dialogs. (Foto: petersburger-dialog.de)
Dienstag, 13.07.2010
Dt.-russ. Konsultationen: Ost-Ausschuss will Ergebnisse
Berlin. Die deutsch-russischen Regierungskonsultationen am 14. und 15. Juli in Jekaterinburg sollen u. a. bei Innovation und erneuerbarer Energie Fortschritte zeitigen. Dies hofft der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft.
In einer Presseerklärung der in Berlin ansässigen Organisation zu dem am Mittwoch beginnenden 10. Petersburger Dialog in Jekaterinburg heißt es unter anderem, die Konsultationen sollten „für eine deutsch-russische Modernisierungsoffensive und für die Abstimmung gemeinsamer Projekte genutzt werden“.
Zu den Hauptpunkten gehören die zukünftige „enge Zusammenarbeit beim Projekt Innovationsstadt Skolkowo, beim russischen Privatisierungsprogramm und bei erneuerbaren Energien“.
Deutschland will die Konkurrenz hinter sich lassen
Klaus Mangold fliegt als Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft mit einer Unternehmerdelegation nach Jekaterinburg in den Ural. Er sieht Deutschland als „natürlichen Modernisierungspartner der russischen Industrie“ und weist auf die Gefahr „des wachsenden Wettbewerbs durch andere Länder“ hin.
Deshalb gelte es, die deutschen Positionen in Russland weiter auszubauen. Deutschland suche stärkere Kooperation „in industriellen Kernbereichen der russischen Wirtschaft“ wie der „Energiewirtschaft, der Automobilindustrie sowie der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft“.
Besonderes Augenmerk müsse auf dem geplanten Innovationszentrum in Skolkowo bei Moskau liegen, so Mangold. „Hier wird die deutsche Wirtschaft Flagge zeigen“, ist er überzeugt. Der Ost-Ausschuss schlägt Russland vor, dass Modell der deutschen Fraunhofer-Gesellschaften (Förderung von angewandter Forschung) zu übernehmen.
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Ost-Ausschuss drängt auf „schneller, höher, weiter“
Was bisher an Zusammenarbeit läuft ist gut, aber zu wenig, heißt der Tenor der Position des Ost-Ausschusses. So sei die deutsch-russische Energieagentur RUDEA eine gute Sache, aber ihre Arbeit müsse intensiviert werden.
Das Finanzierungsprojekt zur Förderung des der mittelständischen Wirtschaft, das jetzt in Jekaterinburg zur Unterzeichnung kommt, sei „ein positiver Ansatz zur Entwicklung eines Mittelstands in Russland, müsse aber im Volumen erhöht werden“, heißt es kritisch.
Ungeduld klingt mit, wenn Mangold auf die wunden Punkte hinweist. So heißt es z. B. sehr deutlich: „Russland muss das Ruder herumreißen, wenn es weiterhin in der Liga der BRIC-Länder mitspielen will. Und es muss vorzeigbare Ergebnisse geben, anstelle der Ankündigung von Schritten, die oftmals an der Schwerfälligkeit der russischen Bürokratie scheitern.“
Beschleunigt werden soll aus deutscher Sicht auch Russlands WTO-Beitritt. „Nach 16 Jahren Verhandlungen bezüglich des WTO-Beitritts bedarf es endlich eines politischen Machtwortes, sowohl in den USA als auch in Russland.
Die wachsende „Re-Integration“ ehemaliger Länder der Sowjetunion in ein eigenes System neuer Handelsabkommen und die gerade vereinbarte Zollunion von Russland, Belarus und Kasachstan sind Schritte in die falsche Richtung“, ist Mangold überzeugt.
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Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)