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300 Autos stellt das Ford-Werk bei Petersburg pro Tag her (Foto: TV)
300 Autos stellt das Ford-Werk bei Petersburg pro Tag her (Foto: TV)
Mittwoch, 14.02.2007

Generalstreik im Ford-Werk von St. Petersburg

St. Petersburg. Im Petersburger Ford-Werk steht die Produktion seit heute still. Die Gewerkschaft machte damit ihre Drohung trotz eines gerichtlichen Streikverbots wahr. Die Verluste liegen bei täglich 3 – 6 Mio. USD.

Das Fließband in Wsewolschsk nahe St. Petersburg stoppte pünktlich am Donnerstag um 0:00 Uhr. Ein Gericht hatte zwar am Vortag auf Antrag der Werksleitung den Streik verboten, die Gewerkschaft hat diese Entscheidung jedoch bereits vor dem Obersten Gericht angefochten.

Streik könnte bis zu einem Monat dauern; Millionenverluste pro Tag


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Nach Angaben der russischen Presse haben die Gewerkschaftler gute Chancen, den Prozess dort zu gewinnen. „Der Streik, d.h. die völlige Arbeitsniederlegung wird bis zur Entscheidung des Obersten Gerichts fortgesetzt“, kündigte der Gewerkschafstführer Alexej Etmanow bereits an. Möglicherweise könnte sich der Konflikt somit noch einen Monat hinziehen.

Da das Werk täglich etwa 300 Fahrzeuge herstellt, belaufen sich die Produktionsausfälle von Ford damit auf 3 – 6 Mio. USD pro Tag. Möglicherweise ist das Unternehmen wegen des Produktionsausfalls gezwungen ähnlich wie 2006 Ford Focus-Modelle aus Deutschland einzuführen, um das Defizit zu überbrücken.

Tarifstreit seit Ende 2006 ungelöst


Der Streit zwischen Werksleitung und Angestellten entbrannte Ende 2006. Beide Seiten konnten sich nicht über eine regelmäßige Gehaltserhöhung für die Arbeiter und die Schichteinteilung einigen. Derzeit verdienen die Arbeiter im Durchschnitt 18.000 – 19.000 Rubel (530 – 560 Euro) pro Monat. Das Werk arbeitet 24 Stunden am Tag.

Ein letzter Schlichtungsversuch Anfang Februar scheiterte, als die Gewerkschaft das Angebot einer Lohnerhöhung von 14 – 20 Prozent bei einem zusätzlichen Urlaubstag pro Jahr ablehnte. Die Werksleitung hat der Gewerkschaft zwar weitere Verhandlungen angeboten, das vorliegende Angebot jedoch als „final“ bezeichnet, d.h. keine weiteren Zugeständnisse in Aussicht gestellt. Unter diesen Umständen hat die Gewerkschaft von weiteren Gesprächen Abstand genommen.

(ab/.rufo)


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