Mittwoch, 22.08.2007

Luftfahrtmesse MAKS: Und dann die Augen zum Himmel …

MAKS 2007 (Foto: Jahn/.rufo/Moskau)
Moskau. Am Dienstag öffnete die MAKS ihre Tore. Russland-Aktuell machte einen Rundgang auf Russlands größter Luft- und Raumfahrtmesse. Erfreulich: Neben den Großkonzernen sind auch deutsche Mittelständler vertreten.
Zugegeben: Es ist schon schwer, es den Menschen recht zu machen. Hätte es am Eröffnungstag der internationalen Luft- und Raumfahrtmesse MAKS geregnet, hätten alle über nasse Füße geklagt. Die sengende Hitze auf dem riesigen, ebenen Messegelände im Moskauer Vorort Schukowski, wo kein Baum Schatten spendet, machte den Messebesuchern und -ausstellern allerdings ebenfalls sichtlich zu schaffen.

Große Augen und offene Münder



Einzig für die Show-Einlagen der Jet-Piloten, die in der Höhe waghalsige Loopings und Schrauben drehten, bot der wolkenlose, blaue Himmel offenbar ideale Bedinungen. Frei nach dem Gassenhauer von Wolfgang Petri richteten dutzende Messebesucher die Augen zum Himmel und zogen synchron die Bahnen der Kampfjets, Propellermaschinen und Hubschrauber nach. So manchem Besucher stand vor Staunen der Mund weit offen.

MAKS 2007 (Foto: Jahn/.rufo/Moskau)
Abkühlung von der sengenden Hitze auf den Start- und Landebahnen boten leider auch die Ausstellungshallen nicht. Air Condition? Fehlanzeige. Vielleicht das einzige Versäumnis, das sich die Organisatoren der MAKS vorwerfen lassen müssen.

Kontaktpflege im Mittelpunkt



In Halle H stellen noch bis zum Sonntag deutsche Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie ihre Produkte aus und präsentieren ihre Dienstleistungen. Für Julia Michaelis, Sprecherin von Lufthansa Technik, ist die MAKS ein wichtiger Termin im Jahr.

„Hier treffen wir uns mit unseren russischen Kunden. Mittlerweile betreuen wir auf diesem Markt fünfzehn Luftfahrt-Unternehmen. Der russische Markt ist auch für uns zunehmend interessant“, so Michaelis gegenüber Russland-Aktuell.

Check auf „Rumpf und Nase“



Lufthansa Technik ist eine Tochter des deutschen Dax-Konzerns mit dem goldgelben Kranich-Logo. Das Unternehmen bietet seinen Kunden die verschiedensten Wartungs- und Reparatur-Dienstleistungen von der Ersatzteil-Beschaffung bis zum Rundum-Check von Flugzeugen, die dann für mehrere Wochen aus dem Verkehr gezogen werden und auf „Rumpf und Nase“ getestet werden, gibt Sprecherin Michaelis Auskunft.

Neben den Großkonzern Lufthansa und dem europäischen Riesen mit deutscher Beteiligung EADS sind in Halle H aber auch mittelständische Zulieferer aus Deutschland vertreten. Besonders ins Auge fällt der Werkzeugproduzent „Stahlwille“ – wegen des ungewöhnlichen Namens, aber auch wegen des Standdesigns.

Geschäfte an der Theke



Stahlwille und deutsches Bier auf der MAKS 2007 (Foto: Jahn/.rufo/Moskau)
Der Unternehmensname ist einfach zu erklären. „Das ist eine Kombination aus der Werkstoffbezeichnung ‚Stahl’ und dem Familienname des Gründers ‚Wille’. Das Unternehmen selbst wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Wuppertal gegründet“, weißt Kundendienst-Manager Horst Butanowitz auf den besonderen zeitlichen Hintergrund hin.

Und beim Standdesign hat man sich offenbar von der weltweit geschätzten deutschen Gemütlichkeit inspirieren lassen – in der Mitte des Stands, zwischen den ausgestellten Produkten, steht eine Biertheke mit Zapfhähnen. Vorbeiziehende Messegäste bekommen auf Zuruf ein frisches Pils in die Hand gedrückt.

Wille zum Erfolg



Stahlwille ist auf Werkzeug spezialisiert und beliefert vor allem Unternehmen der Luftfahrt- und Automobilindustrie mit Schraubenziehern und -schlüsseln, Zangen oder hand- und maschinenbetriebenen Steckschlüsseln.

Auch für Butanowitz ist die MAKS wichtig.

Kontaktpflege wird groß geschrieben, sogar wenn nicht immer direkt ein neuer Auftrag dabei herausspringt. Ist der erste Kontakt einmal hergestellt und das Interesse geweckt, dann ergebe sich oft eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Luftfahrt-Unternehmen und Zulieferer, so Butanowitz.

(cj/.rufo/Moskau)