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Mike Kubena, Leiter des Moskauer Büros von PricewaterhouseCoopers, will den guten Ruf des Unternehmens auch vor Gericht gegen die russische Steuerfahndung verteidigen (Foto: PwC).
Mike Kubena, Leiter des Moskauer Büros von PricewaterhouseCoopers, will den guten Ruf des Unternehmens auch vor Gericht gegen die russische Steuerfahndung verteidigen (Foto: PwC).
Donnerstag, 28.12.2006

PricewaterhouseCoopers droht Lizenzverlust in Russland

Moskau. Bei den Ermittlungen zur Jukos-Insolvenz rücken nun auch die Wirtschaftsprüfer ins Visier der Fahnder. Der Vorwurf: PricewaterhouseCoopers soll mit geschönten Berichten bewusst die Behörden getäuscht haben.

Alarmstufe Rot bei PricewaterhouseCoopers (PwC) in Moskau: Die russische Steuerfahndung wirft der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Ein Vorwurf mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen. Im schlimmsten Fall droht PwC der Verlust der Lizenz für das Russland-Geschäft.

Die Steuerfahnder werfen PwC vor, im Jahr 2002 zwei unterschiedliche Prüfberichte für einen damaligen Klienten, den mittlerweile zerschlagenen Energiekonzern Jukos, angefertigt zu haben. Der eine Bericht sei für den „externen Gebrauch“ erstellt worden – etwa für die Präsentation gegenüber potenziellen Investoren. Der zweite Bericht sei für den „internen Gebrauch“ bestimmt gewesen und habe nur dem Management vorgelegen.

Zweierlei Maß


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Glaubt man den Steuerfahndern, weisen die beiden Berichte inhaltlich erhebliche Unterschiede auf. Während im ersten Bericht bestätigt werde, dass Buchführung und Rechnungslegung von Jukos korrekt seien und den russischen Gesetzen entsprächen, hätten die Wirtschaftsprüfer in Bericht zwei auf Mängel in der Buchführung hingewiesen und dem Jukos-Management die Behebung empfohlen.

Ein Mangel der Buchführung, so die Steuerfahnder, sei ein damals von Jukos eingerichteter „Fonds zur Entwicklung der Produktion". Die Wirtschaftsprüfer von PwC, so die Steuerfahndung weiter, habe lediglich in dem „internen Bericht" das Management darauf aufmerksam gemacht, dass der Fonds besser aufzulösen sei.
Die Steuerfahnder glauben, dass das Konzern-Management in diesem Fonds Gelder parkte und diese so an der Steuer vorbeischleuste. Dem staatlichen Haushalt sei dadurch Schaden zugefügt worden.
Zurzeit fordert die Steuerfahndung von PwC einen Betrag in Höhe von 145.000 US-Dollar. Der Betrag entspricht dem Beratungshonorar, das PwC 2002 von Jukos erhalten hat. Experten glauben allerdings, dass dem weltweit erfolgreichen Prüfungsunternehmen weitaus schwerwiegendere Konsequenzen ins Haus stehen: So droht nach Paragraph elf des Gesetzes „Über die Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer“ der Lizenzentzug für das Geschäft auf dem Wachstumsmarkt Russland.

Stets die höchsten Standards


Gegenüber den Medien hält sich das Beratungsunternehmen bedeckt. Bei telefonischer Anfrage von Russland-Aktuell verwies die Pressesprecherin auf eine Mitteilung auf der russischen Unternehmens-Webseite. Mündlich werde man die Angelegenheit nicht weiter kommentieren, so die Sprecherin.

In der Pressemitteilung heißt es wörtlich: „Wir weisen die Vorwürfe der Inspektoren zurück, die von PricewaterhouseCoopers erstellten Prüfungsberichte für Jukos aus dem Jahr 2002 hätten fachliche, juristische oder regulatorische Mängel.“ Im Gegenteil, so der Text weiter, entsprächen grundsätzlich alle PwC-Berichte – die von Jukos ausdrücklich eingeschlossen – stets den höchsten fachlichen und auch ethischen Standards. Sie stünden sowohl mit dem internationalen als auch mit dem russischen Recht im Einklang.

Reputation notfalls auch vor Gericht verteidigen


Gleichzeitig bekundet das Management, mit aller Entschlossenheit auch vor Gericht für den guten Ruf von PwC einstehen zu wollen. „Wir werden unsere Position und Reputation entschlossen verteidigen sowohl vor Gericht als auch im Dialog mit den Staatsstrukturen“, so der Leiter der Moskauer PwC-Niederlassung Michael Kubena in der Pressemitteilung.

Zu den konkreten Vorwürfen heißt es in der Pressemitteilung: Die Steuerfahndung interpretiere die Rolle des Wirtschaftsprüfers anders als dies gemeinhin in der Branche üblich sei. Der Prüfer habe keine Kontrollfunktion. Vielmehr müsse er prüfen und seine Meinung äußern, ob Buchführung und Bilanz die Wirklichkeit angemessen wiedergeben. „Die Verantwortlichkeit für Entscheidungen, die vom Unternehmensmanagement getroffen werden müssen, kann nicht an die Prüfer weitergereicht werden“, so der Wortlaut der Pressemitteilung.

Jukos im Westen falsch verstanden?


Michail Chodorkowski werden Aneignung und Veruntreuung von finanziellen Mitteln des Jukos-Konzerns vorgeworfen (Foto: Newsru).
Michail Chodorkowski werden Aneignung und Veruntreuung von finanziellen Mitteln des Jukos-Konzerns vorgeworfen (Foto: Newsru).
Sollten sich die Vorwürfen gegen PwC als richtig erweisen, könnte das auch ein neues Licht auf den Energiekonzern Jukos werfen. Der mittlerweile zerschlagene Konzern galt im Westen als Paradebeispiel für transparentes und an westlichem Vorbild orientiertes Management. Umso stärker fiel der Protest aus, als im Jahr 2003 der Lenker des Konzerns Michail Chodorkowski unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung inhaftiert wurde.

Chodorkowski sitzt seit dem 22. September 2005 eine achtjährige Haftstrafe im Straflager in Krasnokamensk ab. Zwischen den Feiertagen wurde ihm und seinem Partner Platon Lebedjew im Untersuchungsgefängnis eine neue Klageschrift vorgetragen.

Gestützt auf die Paragraphen 160 und 174 des russischen Strafgesetzbuchs wirft die Staatsanwaltschaft den Managern in einem weiteren Fall die Aneignung und Veruntreuung von finanziellen Mitteln vor.

Russischen Medienberichten zufolge verweigerte Chodorkowski den Ermittlern heute die Aussage. Er und Lebedjew werden von den Behörden in der neuen Angelegenheit derzeit noch als Verdächtige und nicht als Angeklagte geführt.



(cj/.rufo)

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