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Russland-Aktuell
Die Netzeitung von .RUFO
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| Dienstag, 07.10.2008 | |||
Russland bei weltweitem Börsen-Crash vornedran |
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Am Montag ging – wieder einmal - ein Börsen-Beben um die Welt: Doch während auf den Märkten von Tokio über Europa bis New York Kursverluste von 4 bis 7 Prozent bereits als Katastrophe angesehen werden, war in Russland alles noch deutlich heftiger. Trotz mehrerer Handelsstopps rutschten der RTS und der Micex jeweils um etwa 19 Prozent ab. Der RTS-Index rangiert jetzt nur noch bei 866 Punkten. Noch im Mai hatten die Moskauer Börsianer einen Spitzenwert von 2490 Punkten zu feiern gehabt. Auf den Boom folgt der BummsJetzt ist der ganze Markt nur noch ein Drittel wert, da Investoren aus aller Welt ihre Mittel abziehen und auf den Börsen schlichtweg Panik herrscht. Besonders betroffen sind die Standardwerte des russischen Marktes: Norilski Nikel ging gleich um 30 Prozent in die Knie, Rosneft, die Sberbank und die VTB um etwa 24 Prozent und die Energiegiganten Gazprom, Lukoil und Surgutneftegaz um etwa 20 Prozent. Derartige Einstürze drohen inzwischen auch einige russische Oligarchen zu ruinieren, deren Kapital in erster Linie in Anteilen großer Industriekonzerne steckt und die mit diesem vermeintlichen „Vermögen“ in der Hinterhand in den letzten Jahren gigantische Investitionen und Einkäufe tätigten. So zeigen sich momentan Fragezeichen an der Liquidität von Multimilliardär Oleg Deripaska. Regierung berät über einschneidende MaßnahmenDie russische Regierung berät inzwischen über Gegenmaßnahmen, die jetzt nicht mehr nur in neuen Finanzspritzen für Banken und strauchelnde Unternehmen bestehen sollen. Der Erster Vizepremier Igor Schuwalow erklärte gestern, es solle sich um Schritte zur systematischen staatlichen Regulierung der Wirtschaft handeln. Details drangen aus der gestrigen Ministerrunde aber nicht nach außen. Finanzfachleute bemängelten, dass von den vom Staat für Überbrückungen zur Verfügung gestellten 500 Mrd. Rubel „ein großer Teil des Bankensektors nichts abbekommen“ habe – oder dass die Mittel zu langsam fließen würden, um jetzt noch etwas zu retten. Krise droht auf die Realwirtschaft überzugreifenRussland drohen inzwischen ernsthafte wirtschaftliche Probleme aus der aktuellen Finanzkrise: Der deutlich sinkende Ölpreis von unter 90 Dollar pro Barrel lässt die Einnahmen auch des Staates einbrechen. Aufgrund der der zusätzlichen Geldmittel im Umlauf droht ein Inflationsschub. Außerdem muss reihenweise mit Bankrotts bei Banken und auf große Kreditsummen angewiesenen Unternehmen gerechnet werden. Die Immobilien- und Baubranche, bislang einer der Motoren des russischen Booms, friert gegenwärtig massenhaft ihre geplanten oder schon begonnenen Großprojekte ein. |